Jüngste Terrorakte: Frankreich und Deutschland versprechen Schutz für jüdische Gemeinden

Jüngste Terrorakte: Frankreich und Deutschland versprechen Schutz für jüdische Gemeinden

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Bundeskanzlerin Angela Merkel stemmt sich gegen die Forderung, Juden sollten massenhaft nach Israel auswandern.

Der israelische Ministerpräsident schlägt Alarm: Juden seien in Europa nicht sicher und sollten in den jüdischen Staat auswandern. Doch Deutschland und Frankreich lassen das nicht gelten.

Trotz der jüngsten Terrorakte gegen Juden und der Schändung jüdischer Gräber stemmen sich Frankreich und Deutschland gegen die Forderung, Juden sollten massenhaft nach Israel auswandern. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte am Montag, die Bundesregierung werde alles zum Schutz von jüdischen Einrichtungen unternehmen. Ähnlich äußerte sich Frankreichs Präsident François Hollande.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach dem Angriff auf eine Synagoge in Kopenhagen am Wochenende die Juden in Europa aufgefordert, nach Israel auszuwandern. Gleiches hatte er bereits nach dem Terroranschlag auf ein jüdisches Geschäft in Paris im Januar geäußert.

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In Frankreich waren zudem in Sarre-Union in der Nähe der deutschen Grenze am Wochenende ein jüdischer Friedhof geschändet und 250 von 400 Gräbern beschädigt worden. In dem Zusammenhang wurden am Montag fünf Minderjährige verhört, die alle nicht vorbestraft sind.

Hollande sagte am Montag: „Wir wissen, dass es Zweifel gibt und Fragen in der Gemeinde.“ Doch akzeptiere er die Äußerungen aus Israel nicht, die nahe legten, dass Juden keinen Platz mehr in Europa und in Frankreich hätten.

Premierminister Manuel Valls versicherte, Frankreich werde die jüdische Gemeinde gegen Angriffe verteidigen. „Ein Jude, der Frankreich verlässt, ist ein Stück Frankreich, das verloren ist“, sagte er dem Sender RTL

Bundeskanzlerin Merkel sagte, Deutschland sei froh und dankbar, dass es hier wieder jüdisches Leben gebe. Sie hoffe auf weiter gütliches Zusammenleben.

Das israelische Kabinett hatte am Sonntag rund 40 Millionen Euro dafür bewilligt, Juden aus Frankreich, Belgien und der Ukraine zur Übersiedlung nach Israel zu ermutigen. Aus Frankreich wanderten 2014 rund 7000 der etwa 500 000 Juden aus, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

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