Jürgen Trittin: "Den Piraten fehlt das große Thema"

InterviewJürgen Trittin: "Den Piraten fehlt das große Thema"

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Trittin, 57, ist Fraktionschef der Grünen im Deutschen Bundestag. Von 1998 bis 2005 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

von Cornelia Schmergal und Cordula Tutt

Der Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, über die Konkurrenz der Piratenpartei, eine Flatrate für Inhalte im Internet und mögliche Koalitionspartner der Ökopartei.

Trittin, 57, ist Fraktionschef der Grünen im Deutschen Bundestag. Von 1998 bis 2005 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

WirtschaftsWoche: Herr Trittin, die Grünen haben ein bemerkenswertes Jahr hinter sich. Ihre Partei stellt erstmals einen Ministerpräsidenten, bei Landtagswahlen legte sie zu. Ist mit der Saarland-Wahl der Höhenflug vorbei?

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Jürgen Trittin: Die Lage an der Saar war schwierig. Uns war klar, dass wir dort zwischen fünf und sechs Prozent landen. Aber ich weise gern darauf hin, dass Schwarz-Gelb fast acht Punkte verloren hat. Das bietet uns gute Aussichten auf die nächsten Wahlen. Am Jahresende werden wir mehr rot-grüne Landesregierungen haben als je zuvor.

In bundesweiten Umfragen dümpeln die Grünen zwischen 13 und 16 Prozent. Vor einem Jahr lagen sie weit über 20 Prozent. Warum schwächelt die Partei?

Was heißt bitte dümpeln? Werte von 20 Prozent und mehr habe ich schon vor einem Jahr für völlig übertrieben gehalten. Entscheidend ist am Ende der Wahltag. Und da haben wir – außer im Saarland – bei allen Wahlen seit 2009 deutlich zugelegt. Und ich bin optimistisch: Im Mai können wir die Regierung in Schleswig-Holstein ablösen und in Nordrhein-Westfalen eine klare Mehrheit für eine rot-grüne Politik erreichen. In Niedersachsen können wir 2013 Schwarz-Gelb ablösen. Zur Bundestagswahl würde dann die Hälfte der deutschen Bevölkerung in den Ländern von Grünen mitregiert. Das ist unser Ziel.

Doch wenn in die Landtage auch die Piraten einziehen, wird es für Rot-Grün eng. Mit wem können die Grünen regieren?

Es kann sein, dass Erfolge der Piraten wie in Berlin und im Saarland zu großen Koalitionen führen. Das wäre dann das Gegenteil von dem Aufbruch, für den die Piraten werben. In Nordrhein-Westfalen geht es um die Wurst. Da werden sich die Wählerinnen und Wähler der Piraten inhaltlich entscheiden müssen: Wer mehr Transparenz und Netzfreiheit will, muss die Grünen wählen. Wir definieren uns aber über Ziele, nicht über Partner.

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