Kannegiesser warnt IG Metall: Mitbestimmung nicht ausweiten

Kannegiesser warnt IG Metall: Mitbestimmung nicht ausweiten

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hat die Gewerkschaften davor gewarnt, die Mitbestimmung durch Kapitalbeteiligungen der Arbeitnehmer auszuweiten.

Damit reagiert Kannegiesser auf die neue Strategie der IG Metall, in der aktuellen Wirtschaftskrise einen Lohnverzicht von Belegschaften in Firmenbeteiligungen umzuwandeln.

Darüber wird derzeit laut Wirtschaftswoche unter anderem bei Opel, Schaeffler und Daimler verhandelt. Auch bei ThyssenKrupp, Continental und Neoplan gibt es erste Vorgespräche.

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Kannegiesser warnt vor allem vor Gewerkschaftsplänen, die Mitarbeiterbeteiligungen zu bündeln und in von Betriebsräten und Gewerkschaften kontrollierte Fonds zu überführen. „Die herkömmliche Mitbestimmung darf sich nicht addieren mit zusätzlicher Mitbestimmung aus Fondsmodellen unter Führung derselben Funktionärseliten. Dies würde unsere Gesellschaftsform kippen“, sagte Kannegiesser der WirtschaftsWoche.

Die Forderung der IG Metall, Werksschließungen von einer Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat abhängig zu machen, sei eine „unerträgliche Einschränkung von Eigentumsrechten“.

Die IG Metall hält dagegen: „Wo sich Beschäftigte für ihr Unternehmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Situationen engagieren, sollen die Belegschaften am Unternehmen beteiligt werden“, bekräftigt IG-Metall-Chef Berthold Huber in der WirtschaftsWoche.

Diese seien „im Gegensatz zu Heuschrecken an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens interessierte Anteilseigner“.

Auch der Chef der IG Metall in NRW, Oliver Burkhard, bekräftigt das Ziel einer stärkeren Mitbestimmung der Belegschaften durch Anteilsrechte. „Wir wollen mehr Einfluss auf die Strategie der Unternehmen.“ Dann werde man „als Anteilseigner der Kapitalseite in die Parade fahren, wenn diese maßlose Renditeziele auf Kosten der Jobs durchziehen will“.

Metaller Burkhard prophezeit: „In den kommenden zwölf Monaten wird es einen deutlichen Anstieg von Mitarbeiterbeteiligungen geben – nicht nur bei großen Konzernen, sondern auch im Mittelstand.“ Die Kapitalbeteiligung sei dabei „die Königsdisziplin“, denkbar seien aber auch andere Formen, zum Beispiel „ein Beirat in Betrieben ohne Aufsichtsrat, der Beschäftigte an strategischen Entscheidungen beteiligt“.

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