Kapitalismus: Wirtschaftsethiker Homann führt Krise auf "Kontrollfehler des Staates" zurück

Kapitalismus: Wirtschaftsethiker Homann führt Krise auf "Kontrollfehler des Staates" zurück

In Deutschland und in Kontinentaleuropa ist der Kapitalismus gefährdet. Zu diesem Schluss kommt der Wirtschaftsethiker Professor Karl Homann und sieht darin das Ende einer jahrezehntelangen Entwicklung.

„Seit über 20 Jahren sinkt bei uns die Zustimmung zur sozialen Marktwirtschaft.“ Aktuell springe der „linke Funke auf die Bürger über“. Das zeige sich auch „beim Linksruck in unserer Parteienlandschaft bis in die Union hinein“, so Homann im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Homann führt die aktuelle Krise auf einen „Kontrollfehler des Staates“ zurück: „Die Politik hat nicht mit der Entwicklung der Finanzmärkte Schritt gehalten und den Aufsichtsrahmen nicht entsprechend angepasst.“

Er staune „über die Selbstgerechtigkeit von Politikern, die erst beim Abstecken des Ordnungsrahmens und ihren Kontrollpflichten versagen und nun dem Markt beziehungsweise den Bankern die Schuld zuschieben“.

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"Erfolg der Deutschen auf dem G20-Gipfel"

Als Erfolg der Deutschen wertet Homann den G20-Gipfel in London. Selbst Amerikaner und Briten hätten strengeren Regeln für die Finanzmärkte zugestimmt. Homann: „Das ist ein Erfolg der Deutschen, und ich scheue mich nicht zu sagen, dass unsere soziale Marktwirtschaft, die dem Markt einen klaren Ordnungsrahmen vorgibt, Vorbild für die Welt sein sollte.“ Dennoch kritisiert Homann den Umgang Berlins mit der Krise: „Die Bundesregierung betreibt derzeit mit ihren Konjunkturpaketen einen Ad-hoc-Interventionismus.

Gerade jetzt wäre aber die Zeit für Ordnungspolitik, damit die Marktwirtschaft ihre wohlstandstreibenden Kräfte in wohlgeordneten Bahnen entfalten kann.“ Managern und Unternehmern rät Homann, den Bürgern Marktwirtschaft als moralisches System zu erklären: „Zu sagen, dass die Marktwirtschaft zu mehr Wohlstand führt, reicht nicht. Die Menschen wollen moralische Antworten. Man müsste erklären, dass und warum die Marktwirtschaft die der modernen Welt angepasste institutionalisierte Nächstenliebe ist. Schließlich leben selbst Menschen, die nach unserer Definition arm sind, heute viel länger, weil unser System die gesundheitlichen und sozialen Versorgungseinrichtungen finanziert.“

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