
Phillipp Schmitt würde es machen, sofort. Das angestaubte Image von Amtsstübchen und Ärmelschonern wäre dem 26-Jährigen ziemlich egal. Er würde gerne für Vater Staat arbeiten. Ende vergangenen Jahres hat Schmitt sein Politikstudium beendet. Aber die Jobsuche gestaltet sich schwierig, sein gutes Diplom ist derzeit auf dem Arbeitsmarkt wenig wert. „Der Staat ist bald der Letzte, der Absolventen noch nach Tarif bezahlt und fair behandelt“, klagt er.
Mit seiner Einstellung liegt Schmitt im Trend: 78 Prozent der Fach- und Führungskräfte können sich mittlerweile eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst vorstellen, ergab eine Studie des Jobportals Stepstone. Familienfreundlichkeit und Zuverlässigkeit, aber vor allem Sicherheit sind in Zeiten der Wirtschaftskrise bestechende Argumente.
Sicher - auch in der Krise
Für Absolventen ist das derzeit besonders attraktiv: Der Staat zahlt anständige Einstiegsgehälter. Bund und Länder schreiben zudem alle Stellen aus. Personalsuche unter der Hand, bei der viele Stellen überhaupt nicht oder nur pro forma öffentlich gemacht werden, ist kaum möglich.
Traditionell gehört vor allem der diplomatische Dienst zu den begehrtesten öffentlichen Anlaufstellen. Im jüngsten Arbeitgeberranking der WirtschaftsWoche war das Auswärtige Amt selbst bei Wirtschaftswissenschaftlern beliebter als Google oder Daimler. Im Bundesinnenministerium schnellte die Zahl der Bewerber für den juristischen höheren Dienst im letzten Jahr um mehr als 70 Prozent gegenüber 2008 nach oben. Selbst auf eine einzige Referentenstelle bekommen Ministerien in diesen Tagen bisweilen mehrere Hundert Bewerbungen.













