Karsten Mühlenfeld unter Druck: Abend der Entscheidung für den BER-Chef

Karsten Mühlenfeld unter Druck: Abend der Entscheidung für den BER-Chef

, aktualisiert 01. März 2017, 18:31 Uhr
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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld

von Silke KerstingQuelle:Handelsblatt Online

Am Mittwochabend trifft sich der Aufsichtsrat der Berliner Flughäfen zu einer Krisensitzung. Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld muss den Kontrolleuren Rede und Antwort stehen – und wird möglicherweise entlassen.

Spektakuläre Wende beim unvollendeten Hauptstadtflughafen BER: Wurde vergangene Woche Technikchef Jörg Marks entlassen, droht jetzt Flughafenchef Karsten Mühlenfeld der Rausschmiss – und Marks könnte wieder an Bord geholt werden. Der Aufsichtsrat des BER kommt am Abend ab 19 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Eine Entscheidung über die Zukunft des Flughafenchefs, der erst seit zwei Jahren an der Spitze der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH steht, wird erwartet. Im Umfeld der Aufsichtsräte hieß es am späten Nachmittag, es laufe auf eine Ablösung Mühlenfelds hinaus.

Offenbar kann Mühlenfeld nur auf die Unterstützung der vier Stimmen aus Brandenburg zählen. Brandenburg ist neben Berlin und dem Bund einer der drei Gesellschafter des Flughafens. Berlin ist Handelsblatt-Informationen zufolge gegen Mühlenfeld, ebenfalls der Bund. Die Arbeitnehmervertreter haben sich nicht geäußert, sie gelten aber nicht als Unterstützer Mühlenfelds. Insgesamt hat der Aufsichtsrat 20 Mitglieder, vier aus Brandenburg, vier aus Berlin, zwei vom Bund und zehn Arbeitnehmervertreter.

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Aus Brandenburg hieß es, Mühlenfeld solle in die Pflicht genommen werden, das Projekt zu Ende zu führen. Eine etwaige Inthronisierung eines Nachfolgers werde nicht unterstützt, weil es dem Projekt nicht dienlich sei, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Gremiums.

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Vor allem aber Berlin ist verärgert über den Manager. Der hatte in der vergangenen Woche Marks entlassen und dafür einen Interimsmanager engagiert: Christoph Bretschneider, Ex-Geschäftsführer der DB ProjektBau GmbH und zuletzt als selbständiger Unternehmensberater tätig.

Offenbar ist Berlin der Meinung, dass mit Marks der Falsche gehen musste, da es im Vorfeld der Sitzung nicht ausgeschlossen wurde, dass der bisherige Technik-Chef zurückgeholt werde. In welcher Funktion blieb offen.

Der Rausschmiss hatte aber wohl das Fass nur zum Überlaufen gebracht. Die Vorbehalte gegen den früheren Rolls-Royce-Manager, der auf Betreiben Brandenburgs zum Flughafenchef ernannt worden war, waren nie ganz verschwunden. Wiederholt sollen Kommunikationsprobleme zwischen Mühlenfeld und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Müller, Berlins Regierendem Bürgermeister, aufgetreten sein, die das Vertrauen belastet haben. Der Bund war von Anfang an gegen Mühlenfeld, hatte aber 2015 als Minderheitsgesellschafter klein beigegeben.

Als neuer Geschäftsführer wurde über die Aufsichtsratsmitglieder Rainer Bomba (Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium) und Engelbert Lütke Daldrup (Staatssekretär in der Berliner Senatskanzlei) spekuliert. Vor Mühlenfeld hatte Hartmut Mehdorn versucht, den Flughafen an den Start zu bringen - und war gescheitert. Der Start des Flughafens war 2012 wegen Problemen an der Brandschutzanlage gestoppt worden. Seitdem wurden eine Reihe neuer Termine genannt, die allesamt gerissen wurden, zuletzt eine Eröffnung Ende 2017.

Quelle:  Handelsblatt Online
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