Kathrin Oertel: Pegida-Aussteiger wollen Neustart

Kathrin Oertel: Pegida-Aussteiger wollen Neustart

, aktualisiert 02. Februar 2015, 20:02 Uhr
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Pegida-Organisatorin Kathrin Oertel ist zurückgetreten

Die abgetretene Pegida-Führung will die Politik weiter aufmischen. Ein neuer Verein soll eine konservative Plattform bieten. Die Bürgerproteste gegen die Islamkritiker gehen in vielen Städten weiter.

Auch nach der Spaltung der Dresdner Pegida-Bewegung sind am Montag Gegendemonstranten in mehreren deutschen Städten auf die Straße gegangen. Hunderte Menschen versammelten sich aus Protest gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus.

Am Ursprungsort Dresden hatte sich die Pegida in der vergangenen Woche gespalten. Für diesen Montag waren die „Spaziergänge“ der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ deshalb ausgesetzt worden. In der Elbestadt gingen aber erneut Hunderte vorwiegend junge Leute gegen Intoleranz und für Weltoffenheit auf die Straße.

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Die Pegida-Aussteiger um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel wollen sich mit einem neuen Verein rechts von der CDU positionieren, der islamkritischen Bewegung aber keine Konkurrenz machen. „Wir sind keine Gegenveranstaltung zur Pegida“, sagte Oertel bei der Vorstellung des Vereins „Direkte Demokratie für Europa“ am Montag in Dresden. Daher seien auch keine zeitgleichen Montagsdemonstrationen mit Pegida geplant. Stattdessen kündigte Oertel für kommenden Sonntag eine Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche mit bis zu 5000 Teilnehmern an.

„Wir wollen, dass die Menschen in uns ein Sprachrohr finden“, kündigte Oertel an. Zu den politischen Zielsetzungen des neuen Vereins wollte sie sich konkret nicht äußern. Nur so viel: Es gehe um direkte Demokratie und Meinungsfreiheit. Auch Asyl und Einwanderung seien „auf jeden Fall“ weiter Themen.

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In Kassel, Frankfurt und Braunschweig demonstrierten am Montag jeweils Hunderte Menschen gegen die islamkritischen Pegida-Ableger in ihren Städten. Diese brachten zumeist einige Dutzend Menschen auf die Straße - in Kassel waren sie angesichts der angekündigten Gegendemo auf den Sonntag ausgewichen. Auch in Düsseldorf, Magdeburg und Suhl hatten Bürgergruppen zu Protesten gegen die lautstarken Islamkritiker aufgerufen. In Wien bot sich ein ähnliches Bild: Dort versammelten sich am Montag etwa 5000 Menschen, um den ersten Aufzug von rund 250 österreichischen Pegida-Freunden in den Schatten zu stellen.

Die Pegida-Bewegung demonstriert seit Monaten regelmäßig montagabends in Dresden und mobilisierte dort zeitweise bis zu 25 000 Teilnehmer. Auch für kommenden Montag ist eine Kundgebung angekündigt. Zuletzt hatte der Zulauf allerdings merklich nachgelassen, nachdem Pegida-Gründer Lutz Bachmann nach Bekanntwerden eines „Hitler-Selfies“ und menschenverachtender Beleidigungen gegen Ausländer vom Vereinsvorsitz zurückgetreten war.

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