Kaum Grund zum Feiern: Gequälte Freude bei den Linken

ThemaWahlen 2017

KommentarKaum Grund zum Feiern: Gequälte Freude bei den Linken

von Christian Schlesiger

Die Linke feiert vor allem die Verluste der politischen Konkurrenz. Das eigene Ergebnis trägt wenig zur Freude bei.

Als sich Bernd Riexinger in der Berliner Runde in der ARD um 20:21 Uhr bemüht, die Linke als Gewinner der Bundestagswahl darzustellen, klatschen ein paar Genossen bei der Wahlkampfparty in der Hauptstadt Beifall. "Für die Linke ist das ein wirklich guter Abend", sagt der Parteivorsitzende. Die Worte werden live in die Kulturbrauerei übertragen. Doch der Applaus ist zäh, leise, verhalten. Irgendwie muss man sich zwar freuen über die 8,x Prozent. Doch die Freude wirkt gequält.

An anderer Stelle dagegen brandet immer wieder lauter Beifall auf. Fast euphorisch reagieren die rund 1500 anwesenden Genossen immer dann, wenn ARD oder ZDF die neuesten Zwischenergebnisse der politischen Konkurrenz präsentieren. Die FDP wird im kommenden Bundestag nicht vertreten sein; die Grünen liegen hauchdünn hinter den Linken. Bei den Zahlen von FDP und Grüne jubelt der Saal. Die Freude ist groß, dass die Linke zweitstärkste Oppositionspartei hinter der SPD werden könnte. "Wer hätte es 1990 gedacht, dass diese Partei drittstärkste Partei der Bundesrepublik Deutschland wird", sagte Spitzenkandidat Gregor Gysi kurz nach den ersten Hochrechnungen.

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SPD Ein bisschen gewonnen und fast alles verloren

Rot-Grün ist so fern wie nie. Es gibt sogar schon einige in der SPD, die still auf die absolute Mehrheit der Union hoffen. Die Alternative Große Koalition ist für viele Genossen an der Basis gerade keine Alternative.

Peer Steinbrück Quelle: REUTERS

Die Linke feiert das schlechte Abschneiden der Konkurrenz mehr als das eigene Ergebnis. Die Szenen zeigen mehr als deutlich, dass die Partei mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Bei der letzten Bundestagswahl errangen die Genossen 11,9 Prozent. Bei der jetzigen Bundestagswahl wird die Partei wohl unter dem Ergebnis von 2005 liegen, als sie 8,7 Prozent errang. Damals trat die Linke noch als PDS an. Das Ziel für 2013 war deutlich zweistellig.

Nun soll die Schwäche von FDP und Grüne die eigene Schwäche überstrahlen. Aber das gelingt nicht so recht.

Die Linke dient sich dafür weiter als Koalitionspartner von Rot-Grün an. "Für Gespräche stehen wir zur Verfügung", sagt Gysi. "Die können zwar auch scheitern", sagt er weiter. In Richtung SPD und Grüne schleudert er folgende Worte: "Gespräche auszuschließen ist albern und grotesk."

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