Kitas für Kleinkinder: Immer mehr Plätze – aber noch nicht genug

Kitas für Kleinkinder: Immer mehr Plätze – aber noch nicht genug

, aktualisiert 22. April 2017, 14:56 Uhr
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Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für die Kindertagesbetreuung insgesamt haben sich seit 2005 mehr als verdoppelt.

Quelle:Handelsblatt Online

Jedes dritte Kind unter drei Jahren hat einen Betreuungsplatz. Aber der Bedarf ist noch größer. Und auch bei der Qualität sieht Familienministerin Manuela Schwesig noch Handlungsbedarf.

BerlinDie Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ist von 2006 bis 2016 auf knapp 720.000 gestiegen - ein Plus von mehr als 400.000. Das geht aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Damit besucht knapp ein Drittel der Kinder unter drei Jahren heute eine Kindertageseinrichtung einschließlich der Betreuung durch Tagesmütter oder -väter. Betreuungsbedarf war 2016 aber für knapp die Hälfte - 46 Prozent - angemeldet.

Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für die Kindertagesbetreuung insgesamt haben sich demnach von 2005 bis 2015 mehr als verdoppelt und sind von 10,8 Milliarden Euro auf 23,7 Milliarden gewachsen. Die Antwort des Ministeriums auf die Anfrage liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

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Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) betonte, es gebe trotz beträchtlicher Fortschritte noch weitere „Baustellen“ bei der Kinderbetreuung. Zusätzliche Plätze seien nötig, um den Bedarf etwa durch steigende Geburtenraten und zugewanderte Flüchtlingskinder zu decken. Auch bei der Qualität der Betreuung müsse mehr getan werden.

Bei der Zahl der Kinder unter drei Jahren pro Betreuer gibt es kaum Veränderungen. Kam 2012 rechnerisch auf 4,5 Kinder in einer Kita eine Vollzeitkraft, waren es 2016 vier Kinder. Bei denen über drei Jahren sank der Schlüssel von 9,1 auf 8,6 Kinder. In den ostdeutschen Ländern liegt die Quote in dieser Altersgruppe durchgängig über zehn Kindern pro Betreuer.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schwesig bei den Kosten für die Betreuung. „Es kann nicht sein, dass einige Kinder die Kita nicht besuchen können, weil die Eltern sich die Gebühren nicht leisten können.“ Gerade Kinder von Geringverdienern besuchten seltener eine Kita als Kinder aus Akademikerhaushalten. „Deshalb muss Bildung von Anfang an kostenlos sein.“

Den Angaben des Ministeriums zufolge gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede bei der Nutzung der Kita-Angebote je nach Bildungsstand und zwischen Ost und West. Während 2016 insgesamt 32,7 Prozent der unter Dreijährigen Tagesbetreuung in Anspruch nahmen, waren es in Westdeutschland 28,1 und in Ostdeutschland 51,8 Prozent. Nur 16,4 Prozent der Eltern mit Hauptschulabschluss schickten ihre Kinder in die Kita oder zur Tagespflege, aber 37,7 Prozent der Eltern mit Hochschulreife.

Quelle:  Handelsblatt Online
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