Klausurtagung der CSU-Landesgruppe: Wird Seehofer wirklich 2018 aufhören?

KommentarKlausurtagung der CSU-Landesgruppe: Wird Seehofer wirklich 2018 aufhören?

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Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.

von Christian Ramthun

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef kündigt seinen Rücktritt mit langem Vorlauf an. Ein Rücktritt vom Rücktritt wäre ihm allerdings zuzutrauen.

Direkt vor Beginn der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth hat Horst Seehofer im Interview mit der "Welt" angekündigt, sich 2018 aus der aktiven Politik zurückzuziehen. Das kommt ein wenig überraschend, hat er doch zuletzt immer wieder auf allzu aufdringliche potenzielle Thronfolger eingehackt.

Sein Verhältnis beispielsweise zu Landesfinanzminister Markus Söder gilt als zerrüttet. Was also mag Seehofer bewogen haben, mit einem Vorlauf von drei Jahren sein politisches Ende zu verkünden?

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In Wildbad Kreuth sagte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident am Mittwoch treuherzig, er habe nur auf eine journalistische Frage offen geantwortet. Das allerdings darf man dem ausgebufften Politiker mit gutem Gewissen nicht abnehmen. Genauso wenig die Aussage, er wolle damit dieser Personalfrage ein Ende bereiten, damit sich die CSU 2015 rein auf Sachfragen konzentrieren könne. Wer Parteien und insbesondere die CSU kennt, weiß, dass Personalfragen stets vor Sachfragen kommen beziehungsweise miteinander verschmelzen.

Vielmehr dürfte die Nachfolgedebatte nun erst richtig Fahrt aufnehmen. Offenkundiger Favorit ist derzeit Markus Söder, inzwischen angesehener Finanzminister in Bayern, der schon fast jedes CSU-Parteiamt vom JU-Vorsitzenden bis zum Generalsekretär inne hatte und bestens vernetzt ist.

Deutlich abgeschlagen ist (derzeit) Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die 2013 ihr Amt als Bundeslandwirtschaftsministerin in Berlin aufgab und nach München wechselte, wohl um besser in den Wettstreit um die Seehofer-Nachfolge eingreifen zu können. Schließlich ist Seehofer bereits 65 Jahre alt, und Nachfolgerangeleien gehören in der CSU zu den beliebtesten Spielchen überhaupt.

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Was aber hat Seehofer nun zu seiner Rücktritts-Äußerung bewogen? Langweilt er sich? Will er frei nach dem großen Vorsitzenden Mao nun tausend Blumen blühen lassen und dann die sich herauswagenden Kandidaten rasieren? Will er den großen Moderator in der Nachfolgefrage spielen?

Antworten muss man bei Seehofer nicht unbedingt finden. Manchmal liebt der Vollblutpolitiker einfach nur die Provokation und freut sich diebisch, wenn er mal wieder Freund und Feind verblüfft. Nicht wundern sollte man sich daher, wenn Seehofer zu gegebener Zeit (mal wieder) verkündet, aus Verantwortung fürs Land doch länger amtieren zu wollen.

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