KMK-Chefin Kurth: Programmieren soll kein Unterrichtsfach werden

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Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Brunhilde Kurth

von Thomas Kuhn

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz hat sich gegen die Einführung eines Unterrichtsfachs Programmieren ausgesprochen.

„Klassische Schulen müssen Allgemeinbildung vermitteln, aber keine Spezialisten für Informationstechnik produzieren", schreibt die KMK-Vorsitzende und Kultusministerin von Sachsen, Brunhilde Kurth, in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte vorgeschlagen, Programmiersprachen als zweite Fremdsprache in Schulen anzubieten, um Kinder und Jugendliche an Computer heranzuführen. Solchen Ideen erteilt Kurth eine klare Absage. „Wirtschaftlichen Partikularinteressen zu dienen, kann nicht ihre Aufgabe sein.“

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Schüler bräuchten die Fähigkeit, sich schnell in neue Wissensbereiche einzuarbeiten und richtige Schlüsse zu ziehen. „Analytische Fähigkeiten sind gefragt und weniger Faktenwissen. Dabei kann Programmieren durchaus einen wertvollen Beitrag leisten, weil die Lernenden dabei Fähigkeiten im logischen Denken und strukturierten Arbeiten entwickeln", so Kurth. „Das bedeutet aber nicht, dass Schüler zwingend eine Programmiersprache beherrschen sollten."

Wünsche sind unerfüllbar

Generell hält es Kurth für falsch, die Schulen ständig mit dem Wunsch nach neuen Unterrichtsfächern konfrontiert werden. „Nicht erst seit die Schülerin Naina twitterte, sie habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen, wird das Fach Wirtschaft gefordert. Familienkunde, Benimmunterricht oder eben auch Programmieren - die Wunschliste ließe sich mühelos erweitern“, so Kurth. Doch Schule könne nicht „der Reparaturbetrieb aller gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Probleme sein“.

Würden die Kultusminister allen Wünschen nach neuen Fächern entsprechen, „müssten Schüler 80 Unterrichtsstunden pro Woche in der Schule verbringen", so Kurth. „Schon allein das macht deutlich, wie unerfüllbar die Wünsche in der Summe sind."

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