Knauß kontert : Eltern, lasst eure Schulkinder laufen

kolumneKnauß kontert : Eltern, lasst eure Schulkinder laufen

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Der sichere Weg zur Schule, manche Eltern übertreiben es auch gerne.

Kolumne von Ferdinand Knauß

Absurde Verhältnisse vor deutschen Schulen: Elterntaxis vertreiben Schülerlotsen und gefährden Kinder. Selbst der ADAC fordert, dass Schüler endlich wieder zu Fuß gehen sollen.

In den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten hat sich in Deutschland etwas grundlegend verändert. Nein, hier ist ausnahmsweise mal nicht von der großen Politik die Rede. Sondern von einem allmorgendlichen Phänomen, das vielleicht mehr über den Zustand dieses Landes sagt als manche Nachricht aus Bundestag oder Kanzleramt: Die Kinder, also künftige Bürger dieses Landes, gehen nicht mehr zu Fuß zur Schule.

Mütter und Väter schulpflichtiger Kinder werden das wissen und alle anderen Menschen, die morgens gegen acht Uhr an Schulen vorbeikommen auch. Da herrscht nämlich deutschlandweit allmorgendlich ein Stau von „Elterntaxis“, der umso größer ist, je wohlhabender und daher hochmotorisierter die Eltern der dort unterrichteten Schüler sind.

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Der ADAC steht nicht gerade im Verdacht, Auto-feindlich zu sein. Doch seit einiger Zeit fordert selbst die älteste organisierte Interessenvertretung der deutschen Autofahrer zur Umkehr auf. Das Elterntaxi sei zwar gut gemeint aber ein Risiko. Verkehrspolizisten, die bei Informationsveranstaltungen für Eltern künftiger Grundschüler stets dabei sind, warnen ebenso: Die schlimmen Unfälle von Schulkindern passieren nicht auf dem Schulweg zu Fuß, sondern unmittelbar vor den Schulen – durch die Autos der chauffierenden Eltern!

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD prangern seit einigen Jahren schon die Elterntaxis an. Sie veranstalten zum Beginn des nächsten Schuljahres vom 18. September bis 29. September 2017 die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, um zu zeigen, „wie positiv die Auswirkungen des Laufens und Radelns sind und dass es geht – auch in der Großstadt“. Offenbar wissen das viele Eltern nicht.

Können Sie diese PISA-Aufgaben lösen?

  • Mathe-Frage

    An Manuelas Schule führt der Physiklehrer Tests durch, bei denen 100 Punkte zu erreichen sind. Manuela hat bei ihren ersten vier Physiktests durchschnittlich 60 Punkte erreicht. Beim fünften Test erreichte sie 80 Punkte. Was ist Manuelas Punktedurchschnitt in Physik nach allen fünf Tests?

    a) 64 Punkte
    b) 72 Punkte
    c) 68 Punkte

  • Würfel-Frage

    Fünf Seiten eines Würfels von drei Zentimetern Kantenlänge werden rot angestrichen, die sechste Fläche bleibt ohne Anstrich. Wie viel Prozent der Würfeloberfläche sind rot?

    a) Etwa 60 Prozent
    b) Etwa 83 Prozent

  • Geographie-Frage

    Wie tief ist der Tschadsee heute?

    a) Etwa 15 Meter
    b) Etwa fünfzig Meter
    c) Etwa zwei Meter

  • Gewicht-Frage

    Wie verändert sich das Gewicht auf der Waage wenn man beim Wiegen schwungvoll in die Knie geht?

    a) Es ändert sich gar nichts an der Gewichtsangabe
    b) Das Gewicht wird für diesen Moment höher angezeigt
    c) Das Gewicht wird kurzzeitig geringer angezeigt

  • Grand-Canyon-Frage

    Die Temperatur im Grand Canyon reicht von unter 0 Grad bis über 40 Grad. Obwohl es sich um eine Wüstengegend handelt, gibt es in einigen Felsspalten Wasser. Wie beschleunigen diese Temperaturschwankungen und das Wasser in den Felsspalten die Zersetzung des Gesteins?

    a) Gefrierendes Wasser dehnt sich in Felsspalten aus
    b) Gefrierendes Wasser löst warmes Gestein auf
    c) Wasser kittet Gestein zusammen

  • UV-Frage

    Wie wirkt es sich aus, wenn Sie eine dunkle Sonnenbrille ohne UV-Schutz tragen?

    a) Es gelangen mehr UV-Strahlen ins Auge als ohne Brille.
    b) Es gelangen weniger UV-Strahlen ins Auge als ohne Brille.
    c) Es gelangen genau so viele UV-Strahlen ins Auge wie ohne Brille.

  • Das sind die richtigen Antworten

    Frage 1: a

    Frage 2: b

    Frage 3: c

    Frage 4: c

    Frage 5: a

    Frage 6: a

Kinderhilfswerk und VCD haben in diesem Jahr außerdem von der Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther gefordert, „dem wachsenden und gefährlicher werdenden Autoverkehr vor vielen Schulen entgegenzutreten.“ Denn die chauffierenden Eltern haben in Berlin immer wieder die Anweisungen von Schülerlotsen missachtet, die dafür da sind, zu Fuß zur Schule gehenden Kindern den Übergang über viel befahrene Straßen zu erleichtern.

„Die Probleme mit rücksichtslosen Autofahrerinnen und Autofahrern“, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, die zum Abzug der Schülerlotsen vor Berliner Schulen geführt haben, müssen schnell gelöst werden.“ Wenn Appelle und Aufkläre nicht wirkten, müssten Halteverbotszonen und Tempobeschränkungen eingerichtet werden. Hofmann fordert „polizeiliche Präsenz“.

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