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Koalitionsverhandlungen: CSU will trotz 40-Milliarden-Loch an Steuersenkungen festhalten

von jk/AP/dpa

Ein neues Papier versetzt den FDP-Wahlversprechen einen herben Dämpfer: 40 Milliarden Euro müssen von 2011 bis 2013 bei den Ausgaben im Bundeshaushalt gespart oder durch höhere Steuereinnahmen gedeckt werden, heißt es im sechsseitigen Bericht des Kanzleramtes über die „Finanzpolitische Lage des Bundes“ – und die FDP will Steuersenkungen von bis zu 35 Milliarden Euro, die darin noch nicht einmal enthalten sind. Der Bericht dient Merkel als Vorlage für die Koalitionsverhandlungen.

FDP-Parteichef Guido Quelle: dpa
FDP-Parteichef Guido Westerwelle Quelle: dpa
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Ein neues Papier versetzt den FDP-Wahlversprechen einen herben Dämpfer: 40 Milliarden Euro müssen von 2011 bis 2013 bei den Ausgaben im Bundeshaushalt gespart oder durch höhere Steuereinnahmen gedeckt werden, heißt es im sechsseitigen Bericht des Kanzleramtes über die „Finanzpolitische Lage des Bundes“ – und die FDP will Steuersenkungen von bis zu 35 Milliarden Euro, die darin noch nicht einmal enthalten sind. Der Bericht dient Merkel als Vorlage für die Koalitionsverhandlungen.

Für die CSU ist dies keine Hypothek. Alexander Dobrindt wies die entsprechenden Berichte zurück. „Das sind Zahlen, die aus einer alten Zeit kommen. Das ist fantasielose Politik à la Steinbrück“, sagte der Generalsekretär dem Sender „Bayern2“. Der CSU-Politiker gibt sich gelassen. Man könne die Fehlbeträge in den öffentlichen Kassen und im Bundeshaushalt mit einer wachstumsfördernden Politik ausgleichen. „Wir brauchen eine Politik, die die Wirtschaft stimuliert. Dann wird auch eine Steuerentlastung für die Bürger möglich sein.“

Union und FDP starten Koalitionsverhandlungen

Ob dafür Raum bleibt, soll ab heute ausgelotet werden. Unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und FDP-Chef Guido Westerwelle nehmen an den Koalitionsverhandlungen jeweils neun Spitzenpolitikern der drei Parteien teil. Heute am ersten Tag sollen alle wichtigen Themen angesprochen und Aufträge an zehn gemeinsame Arbeitsgruppen verteilt werden.

Bundesbankpräsident Axel Weber forderte Union und FDP auf, eine Steuerreform nicht auf die Einkommensteuer zu verengen. „Es muss um alle Abgaben gehen, direkte Steuern wie die Einkommensteuer, indirekte wie die Mehrwertsteuer und auch die Sozialabgaben“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Für den Bürger sei es keine Entlastung, wenn er zwar weniger Einkommensteuer zahlen müsse, dafür aber an anderer Stelle mehr.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel hält es für „Geplänkel“, dass die Union bereits vor Beginn Themen wie den Gesundheitsfonds oder den Kündigungsschutz als nicht verhandelbar deklariert. Er ist sicher, „dass wir nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen ein Papier als Agenda für die nächsten vier Jahre auf den Tisch legen, das deutlich macht, dass Deutschland einen Aufbruch erleben wird.“ Zwar bereiten sich die Liberalen auf harte Verhandlungen mit der Union vor, ein Platzen der Gespräche schloss Niebel in der „Rhein-Neckar-Zeitung“ aber aus.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder unterstrich in der ARD noch einmal, der Gesundheitsfonds habe sich bewährt und werde nicht zur Disposition gestellt. Über weitere Verbesserungen könne man reden. „Aber er wird bleiben.“ Die FDP will den Fonds abschaffen. Zu der Forderung der FDP, den Kündigungsschutz zu lockern, sagte Kauder: „Das werden wir nicht machen.“

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.10.2009, 22:45 UhrAnonymer Benutzer: Nettozahler

    Vieles ist machbar. Steuergeschenke für Reiche und Gutverdiener (Leistung muß sich lohnen). Geringverdiener gleichen das über eine höhere Mehrwertsteuer wieder aus.

  • 05.10.2009, 20:08 UhrAnonymer Benutzer: Prophet

    Sie sind vielleicht ein Witzbold.
    Arbeitsfähigkeit von Hartz-iV-Empfängern ist das eine,
    Der Mangel an Arbeitsplätzen ist aber das wirkliche Problem !

    Die Faulenzer die es vor Hartz-iV gab gibt es jetzt immer noch.
    Das wird sich auch nicht ändern.

    Neu ist aber, dass seit Schröder die Menschen die Jahrelang Arbeitslosenversicherung bezahlt haben und ihren Arbeitsplatz verloren (nicht weil sie faul waren) beschissen und enteignet worden sind und auch weiter beschissen werden.

    (Für Autohändler hat der Staat beispielsweise Abrwackprämien übrig, damt es denen weiter auf Steuerzahlerkosten gut ging, für seine arbeistlosenversicherungzahlenden Unselbständigen beispielsweise nicht)

    Das ist Versicherungsbetrug durch den Staat.

    Dafür sollte Schröder und Co. angeklagt werden.
    Die SPD is dafür ja schon abgestraft worden und wird es hoffentlich weiter werden.


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    von Schöne Zeiten am 05.10.2009 13:18 Uhr

    es scheint aber, die FDP ist auf dem richtigen Weg. Die Abschaffung der privaten Krankenversicherung beispielsweise scheint vom Tisch zu sein. Wenn jetzt mal genauer hingeschaut wird, welchem arbeitsfähigen und gesunden Hartz-iV-Empfänger man die bezüge verringern kann ist auch eine Steuersenkung für Leistungsträger drin. Das Gejammer wäre zwar groß - aber auszuhalten!

  • 05.10.2009, 16:37 UhrAnonymer Benutzer: lingupingu

    Ach, im Grunde haben nicht nur Deutschland sondern alle "alten" industrienationen bezgl. Verschuldung eine Schallgrenze durchbrochen:"Das können wir doch eh nicht zurückzahlen. Steuererhöhungen (im Großmasstab) gehen politisch nicht durch...also, was solls, noch ne Anleihe und nochn Kredit. Machen doch alle so...".

    Wenn überhaupt, wären Ausgabensenkungen noch am ehesten möglich:
    beispiel gefällig ?
    Das Gesundheitssystem ist z.b. erheblich überfinanziert: 30% aller Krankenhäuser + 70% aller Krankenkassen könnte man schließen + Abschaffung des Vertragsarztsystems (Komplettverlagerung auf die Ambulanzen der Kliniken + Schaffung von Polikliniken)...und dazu noch ein staatlicher Generikahersteller, der die Kosten (wahrscheinlich reicht schon die Drohung :D ) um mind. 50-80% senken würde. Das allein wären schon mind. 20 Milliarden €. Jahr für Jahr für Jahr....

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