Kommunales Missmanagement : Städte ignorieren den Fernbusmarkt

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Kommunales Missmanagement : Städte ignorieren den Fernbusmarkt

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Hannover hat einen Zentralen Omnibusbahnhof. Viele Städte haben es jedoch versäumt, die nötige Infrastruktur für Fernbusse zu schaffen.

von Christian Schlesiger

Die Liberalisierung des Fernbusmarktes ist ein großer Erfolg. Dennoch ignorieren viele Kommunen den jungen Markt - und schaden sich damit selbst.

Der neue Markt ist eine Erfolgsgeschichte. Seit Januar 2013 rollen Fernbusse durch Deutschland. Inzwischen gibt es knapp 250  Linien – ein Plus von fast 300 Prozent.

Junge Startup-Unternehmen wie MeinFernbus (MFB) oder Flixbus haben sich etabliert und mehrere Hundert Arbeitsplätze geschaffen. Ihr Angebot ist vor allem ein Gewinn für die ärmeren Leute in diesem Land. Für wenige Euro können sie durch ganz Deutschland fahren. Das Angebot wird angenommen: von Studenten, Rentnern und jungen Familien. Mobilität ist für jeden erschwinglich.

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Doch wer A sagt, muss auch B sagen. Die Politik hat den Markt zwar liberalisiert. Formal herrscht auf Strecken mit mehr als 50 Kilometern Länge harter Wettbewerb zwischen den Fernbusanbietern und der Deutschen Bahn – ein Verdienst vor allem der FDP-Fraktion in der Vorgängerregierung. Doch beim Ausbau der Infrastruktur hakt es gewaltig.

"Die mangelnde Infrastruktur verhindert Qualität und Wachstum“, sagte Torben Greve auf einer Veranstaltung in Berlin. Als Beispiel nannte der Chef des größten Anbieters MeinFernbus die Stadt Köln.

Dort seien wartende Fahrgäste unzureichend gegen Regen und Hagel geschützt, weil es keinen Wetterschutz gebe. Zudem müssten die Fahrgäste teilweise mehrere Hundert Meter zur nächsten U-Bahn-Station laufen.

Auch der Fernbushalt in Stuttgart sei suboptimal. Er befände sich am Flughafen, eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt, und sei nur schlecht von der Autobahnen erreichbar.

Zwar habe bei den meisten Kommunen „ein Wandel stattgefunden“, sagt Greve. Doch „es gibt immer noch einige gallische Dörfer“, die den Fernbus lieber außerhalb der Stadt sähen. Teilweise würden diese Orte „an neuralgischen Punkten liegen.“

Auch die Genehmigungspraxis schwächt die Entwicklung. Eine Fernbusstrecke muss beantragt werden. In dem Prozess sind dann sämtliche Städte involviert, in denen der Anbieter halten möchte. „Wir brauchen drei Monate, um eine Linie genehmigt zu bekommen“, sagt Joachim Wessels, Geschäftsführer von ADAC Postbusse. Das sei zu lange. „Wir würden gerne schneller reagieren können“, denn schließlich liefen „einige Linien gut, andere schlecht.  

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