Konjunktur: Angriff auf Deutschlands Exportmodell

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KommentarKonjunktur: Angriff auf Deutschlands Exportmodell

von Malte Fischer

Die zunehmende Kritik an Deutschlands Exportüberschüssen zeugt von ökonomischer Ignoranz - und gefährdet den Wohlstand im In- und Ausland.

Deutschlands Wirtschaft ist erfolgreich. Zu erfolgreich offenbar für manche „befreundete“ Staaten. Anders kann man sich das Deutschland-Bashing kaum erklären, dass in diesen Tagen ob der hohen deutschen Exportüberschüsse ausgebrochen ist.

Am Mittwochabend veröffentlichte das US-Finanzministerium seinen Halbjahresbericht zur internationalen Wirtschafts– und Währungspolitik, in dem es Deutschland vorwirft, mit seinem „anämischen Wachstum seiner Binnennachfrage und seiner „Exportabhängigkeit“ den Abbau der Ungleichgewichte in der Euro-Zone zu behindern. Zur gleichen Zeit sinniert die EU-Kommission darüber, gegen die Bundesrepublik ein sanktionsbewehrtes Verfahren zur „Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“ einzuleiten.

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Laut einem vor zwei Jahren beschlossenen Verfahren darf ein Land im Schnitt der vergangenen drei Jahre nur Leistungsbilanzüberschüsse von maximal sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung erzielen. Diesen Wert überschreitet Deutschland seit 2010. Sogar das renommierte Wirtschaftsmagazin „The Economist“ stänkert in seiner aktuellen Ausgabe gegen die deutschen Exportüberschüsse und verlangt von der EU-Kommission, Deutschland zur Stärkung seiner Binnennachfrage anzuhalten.

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Mehr Jobs, mehr Wachstum: Von einem transatlantischen Freihandelsabkommen würden die USA und die EU profitieren. Barack Obama will nach Jahren des Stillstands einen neuen Anlauf wagen. Doch die Fronten sind verhärtet.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Die internationale Attacke auf Deutschlands Geschäftsmodell als Exportland ist abstrus und zeugt von ökonomischem Analphabetentum an höchster Stelle.

Zweifelsohne hätten die Handelspartnerländer Deutschlands Grund zur Klage, würden wir ihnen unsere Waren aufzwingen. Davon aber ist nichts bekannt. Weder hat die Bundeswehr unter Androhung von Waffengewalt Griechen, Italiener oder Franzosen genötigt, deutsche Autos oder Maschinen zu kaufen, noch hat der deutsche Finanzminister damit gedroht, keine Hilfsgelder locker zu machen, wenn die Bürger dieser Länder nicht bei deutschen Herstellern einkaufen.

Im Gegenteil: Die Bürger und Unternehmer im Ausland kaufen freiwillig Waren „Made in Germany“ - weil diese ihren Bedürfnissen besser entsprechen als die Produkte anderer Länder oder aus heimischer Herstellung. Solange der Handel aus freien Stücken erfolgt, erhöht er logisch zwingend den Wohlstand auf beiden Seiten. Freier Handel kommt nur zustande, wenn beide an ihm beteiligten Parteien den Tausch Ware gegen Geld als vorteilhaft für sich empfinden. Er steigert daher - Exportüberschüsse hin oder her - den Wohlstand auf beiden Seiten der Grenze. Wer Deutschlands Exportüberschüsse durch makroökonomische „Korrekturmaßnahmen“ reduzieren will, reduziert in Wahrheit den Wohlstand der Nationen.

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