Konjunktur: Arbeitsmarkt: Welche Jobs auf der Kippe stehen

Konjunktur: Arbeitsmarkt: Welche Jobs auf der Kippe stehen

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Das Ende der Schonfrist für den Arbeitsmarkt ist gekommen

Der Abschwung ist da. Wie lange noch kann sich der Arbeitsmarkt dem Sog nach unten entziehen? Und welche Jobs stehen jetzt auf der Kippe?

Mit Erdrutschen kennt Benedict Dunkelberg sich aus. Schon von Berufs wegen. Der Manager lebt davon, Erde zu bewegen. Er verkauft Bagger und Radlader, kompakte Baustellen-Maschinen mit satten PS-Werten, und noch im Frühling rechnete er mit einem neuen Rekordjahr. Dann kam der Juli, und die Nachfrage brach ein. So stark, dass Dunkelberg dazu nur noch ein einziges Wort einfällt: „Erdrutschartig.“

Dunkelberg ist Geschäftsführer der Ahlmann Baumaschinen in Büdelsdorf, einem kleinen Ort in der Nähe von Kiel. In den vergangenen Jahren wuchs das mittelständische Unternehmen mit zweistelligen Raten. 900 Bagger und Radlader wollte Dunkelberg in diesem Jahr bauen. Jetzt werden es wohl nur noch 700 Fahrzeuge.

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So wie Dunkelberg geht es derzeit vielen Unternehmern. Nahezu alle Konjunkturindikatoren zeigen nach unten. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaft um 0,5 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres geschrumpft – der erste Rückgang seit fast vier Jahren. Sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Quartal erneut, wäre formal das Kriterium einer Rezession – zwei Quartale mit Minuswachstum hintereinander – erfüllt. Und das es so kommt, wird immer wahrscheinlicher. Das Konsumklima ist im August angesichts der hohen Inflation auf den niedrigsten Stand seit Juni 2003 heruntergekracht.

Auftragseingänge sinken seit sieben Monaten

Die Auftragseingänge der Unternehmen sinken seit sieben Monaten, zuletzt gab es im Juni ein Minus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Vor allem die wirtschaftliche Flaute in wichtigen EU-Handelspartnerländern vermiest die Geschäfte. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Großbritannien stehen an der Schwelle zur Rezession oder befinden sich bereits in einer solchen. „Da zwei Drittel unserer Exporte in den EuroRaum gehen, ziehen uns andere Staaten mit nach unten“, warnt Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Viele Volkswirte in Banken und Forschungsinstituten arbeiten daher längst an einer Revision ihrer Vorhersagen. Das Münchner ifo Institut etwa will seine Prognose für dieses Jahr von derzeit 2,4 Prozent auf etwa 2,0 Prozent absenken.

Müssen also die Arbeitnehmer wieder um ihre Jobs fürchten? Kehren die bereits überwunden geglaubten Zeiten mit Arbeitslosenzahlen an der Fünfmillionengrenze wieder? Noch präsentiert sich der Arbeitsmarkt überraschend entspannt, noch sind Schockmeldungen wie der geplante Stellenabbau bei Siemens und Henkel oder die Insolvenzen bei Hertie und der Mode-Kaufhauskette Sinn Leffers nicht repräsentativ. Noch sank im Juli die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 20.000; insgesamt waren 3,21 Millionen Menschen ohne Job.

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