Konjunktur: Der teure Boom

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Ein Mechaniker überprüft beim Turbinenhersteller MAN-Turbo die Schaufeln einer Turbine. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im vergangenen Monat nicht gestiegen. Ein schlechtes Zeichen?

von Malte Fischer

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist blendend, die Wirtschaft wächst mit Rekordtempo. Doch der Boom könnte Deutschland teuer zu stehen kommen.

Seit Monaten übertrifft die deutsche Wirtschaft die Erwartungen der Experten. Die heute veröffentlichten Zahlen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung zur Stimmungslage der Unternehmen haben diesen Trend fortgesetzt. Der ifo-Geschäftsklimaindex – der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur – verharrte im Mai auf dem Rekordniveau von 114,2 Punkten. Zwar trübten sich die Erwartungen der befragten Unternehmen zum dritten Mal in Folge ein. Doch die bessere Beurteilung der aktuellen Lage glich dies aus.

Ifo-Index blieb stabil

Die meisten Experten hatten mit einem Rückgang des ifo-Index gerechnet, zumal der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie im Mai kräftig eingebrochen war. Dass der ifo-Index stabil blieb, liegt vor allem daran, dass er stärker auf kleine und mittlere Unternehmen fokussiert, deren Hauptabsatzmarkt im Inland liegt. Dort laufen die Geschäfte derzeit besser als im Ausland.

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Das zeigen auch die Daten zum Bruttoinlandsprodukt, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Demzufolge legte das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2011 um 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal zu. Wichtigster Wachstumstreiber war die Inlandsnachfrage, auf die 1,0 Prozentpunkte des gesamten Wachstums entfielen. Auf den Außenbeitrag -  die Differenz zwischen Exporten und Importen -  entfielen dagegen nur 0,5 Prozentpunkte des gesamtwirtschaftlichen Wachstums.

Entscheidend für den Boom der Inlandsnachfrage war, dass die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen um 4,2 beziehungsweise um 6,2 Prozent kräftig zulegten. Auch der private Konsum (plus 0,4 Prozent) gab der Konjunktur Schwung. Zwar war ein Teil des Anstiegs der Bauinvestitionen auf Nachholeffekte nach dem harten Winter zurück zu führen.

Doch die Bauwirtschaft hat nach Jahren der Schwäche wieder auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend eingeschwenkt. Getragen wird dieser von der wiederentdeckten Liebe der Deutschen zu den eigenen vier Wänden. sowie den Kapazitätserweiterungsinvestitionen der Unternehmen bei Büros, Lagerhallen und Logistikzentren.

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