Konjunktur: Deutsche Waren sind gefragt

Konjunktur: Deutsche Waren sind gefragt

Die deutschen Exporte haben trotz Schuldenkrise im Februar überraschend zugelegt. Sie kletterten um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Doch aus China droht Ungemach.

Waren „made in Germany“ bleiben weltweit ein Verkaufsschlager. Die deutschen Exporte haben im Februar weiter zugelegt, um 1,6 Prozent im Vergleich zum Januar. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Mehrere Analysten hatten zuvor mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Die Unternehmen verkauften im Februar Waren im Wert von 91,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 8,6 Prozent mehr als im Februar 2011. Dafür sorgte die starke Nachfrage aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören. Die Exporte in diese Region stiegen um 13,4 Prozent und damit rund viermal so stark wie die in die Euro-Länder – in denen die Schuldenkrise Spuren hinterlässt. Viele Staaten und Unternehmen kämpfen gegen die Krise – und müssen sparen.

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Branchenverband BGA wegen der Schuldenkrise und der schwächeren Weltkonjunktur mit einem Wachstum von etwa sechs Prozent. Das wäre nur etwa halb so viel wie 2011. Im Vorjahr hatten die Exporteure erstmals die Umsatzmarke von einer Billion Euro geknackt. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen kalender- und saisonbereinigten - Überschuss von 13,6 Milliarden Euro auf.

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"Deutschland gewinnt weltweit an Marktanteilen"

„Das sind sehr positive Zahlen. Denn im Februar hatten wir einen recht harten Winter. Das dürfte die Importe hochgetrieben haben, allein bei der Energie. Wenn in solchen Monaten dennoch auch die Exporte steigen, ist das für Deutschland ein guter Wert“, sagte Christian Schulz, Analyst der Berenberg Bank. „Noch viel besser ist, dass sich der Trend einer ausbalancierten deutschen Wirtschaft gegenüber der Euro-Zone fortsetzt. Daraus folgern wir, dass die deutsche Wirtschaft zwar innerhalb der Euro-Zone an Wettbewerbsfähigkeit verliert, nicht aber auf den Weltmärkten. Das ist die optimale Situation, weil sich die Euro-Zonen-Länder aus ihren heimischen Problemen herausarbeiten können und Deutschland gleichzeitig weltweit an Marktanteilen gewinnt.“

Auch China hat im März einen Handelsüberschuss erwirtschaftet. Der chinesische Außenhandel legte im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,1 Prozent auf 325 Milliarden US-Dollar zu, wie die Zollverwaltung in Peking berichtete. Nach dem seltenen Defizit im Februar gab es wieder einen Überschuss von 5,35 Milliarden US-Dollar.

Handel mit China verlangsamt sich

Für die Weltwirtschaft sind diese Zahlen keine gute Nachricht. Denn: Der Grund für den Handelsüberschuss ist die schwache Importnachfrage. Die Einfuhren legten mit 5,3 Prozent unerwartet wenig zu – und liefert einen Hinweis darauf, dass die chinesische Binnenkonjunktur an Tempo verliert. Die Erwartungen von Experten, Chinas Wirtschaft könnte im ersten Quartal um 8,4 Prozent wachsen, könnten sich als „zu optimistisch“ entpuppen, sagt Thomas Gitzel, Ökonom und Analyst bei der VP-Bank in Liechtenstein.

Exportstarke Länder wie Deutschland müssen befürchten, künftig weniger Waren in China absetzen zu können. Bereits im ersten Quartal verlangsamte sich der Anstieg im Handel mit der krisengeplagten Europäischen Union auf 2,6 Prozent.

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