Konjunktur: Industrie setzt auf das Ausland

Konjunktur: Industrie setzt auf das Ausland

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Container-Schiff am Hamburger Hafen. Viele Jobs hängen am Export

von Mark Fehr

Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator enttäuscht. Kein Grund für Pessimismus, denn der Export holt rasant auf.

Nach Monaten des ungebremsten Aufstiegs kommt nun der erste Knick: Im Mai sinkt der vom Münchner ifo Institut erhobene Geschäftsklimaindex um 0,1 auf 101,5 Punkte.

Das ist nur ein marginaler Rückgang des wichtigsten Frühindikators für die deutsche Konjunktur. Verglichen mit den rasanten Zuwächsen der Vergangenheit enttäuscht das Geschäftsklima jedoch diesmal. Die meisten Experten hatten mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

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Zerstört Europas Schuldenkrise die Aufbruchstimmung der Unternehmer? Nein, danach sieht es nicht aus. „Die wirtschaftliche Erholung Deutschlands erweist sich als robust“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Exportklima feiert Rekordstimmung

Tatsächlich gibt es keinen Grund für Konjunkturpessimismus. Die von den ifo-Experten befragten Industriebetriebe beurteilten ihre aktuelle Lage sowie die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate sogar besser als im Vormonat. Bei Groß- und Einzelhändlern dagegen trübte sich das Geschäftsklima ein.

Ähnlich sieht es das Bundesfinanzministerium. Zwar gebe es keine Anzeichen für eine Belebung des privaten Konsums, jedoch sei in den kommenden Monaten mit insgesamt stärkerer Wirtschaftsaktivität zu rechnen.

Das ist der steigenden Auslandsnachfrage zu verdanken – wieder einmal springt also der Export als Konjunkturmotor ein. „Exportorientierte Industriefirmen sehen weiter ihre Chance im globalen Geschäft“, sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach neuesten Schätzungen für den Monat März stieg die Ausfuhr im Vergleich zum Vorjahr real und saisonbereinigt um ein gutes Fünftel. Ein hoher Vorrat an noch nicht abgearbeiteten Aufträgen sowie steigenden Bestellungen durch Kunden aus dem Ausland deuten darauf hin, dass die Exportwirtschaft auch in den kommenden Monaten auf Touren bleibt.

Genau das signalisiert auch der vom Müncher ifo Institut ermittelte Exportklimaindex. Der Indikator wird monatlich exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt und erreichte im April seinen höchsten Stand seit der Deutschen Wiedervereinigung.

Das Wirtschaftswachstum erholt sich dabei langsam aber sicher. Im ersten Quartal 2010 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent gegenüber dem letzten Quartal des vergangenen Jahres. Im Vorjahresvergleich bedeutet das sogar einen BIP-Anstieg von 1,7 Prozent.

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