Konjunktur: Schwächelnde Exporte halbieren deutsches Wirtschaftswachstum

Konjunktur: Schwächelnde Exporte halbieren deutsches Wirtschaftswachstum

, aktualisiert 22. Mai 2015, 10:28 Uhr
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Schwächelnde Exporte haben das Wachstum der deutschen Wirtschaft mehr als halbiert.

Der schwache Außenhandel hat den Aufschwung der deutschen Wirtschaft Anfang 2015 gebremst und auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai erstmals seit Monaten geringfügig verschlechtert.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich wegen schwächelnder Exporte mehr als halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März durch den anhaltenden Konsum- und Bauboom um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung bestätigte. Ende 2014 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht. Damit erwischte Europas größte Volkswirtschaft zwar einen besseren Jahresauftakt als die weltweite Nummer eins - die USA - mit 0,1 Prozent, expandierte aber langsamer als die Euro-Zone mit 0,4 Prozent.

Ein besseres Ergebnis verhinderte die wacklige Weltkonjunktur, die unter der Schwäche großer Schwellenländer wie Russland und Brasilien leidet. Dadurch legten die deutschen Ausfuhren nur um 0,8 Prozent zu, während die Importe wegen der starken Binnen-Nachfrage fast doppelt so kräftig zunahmen. "Dadurch dämpfte der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - das Wirtschaftswachstum rechnerisch um 0,2 Prozentpunkte", erklärten die Statistiker.

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BIP Stärkeres Wachstum im 2. und 3. Quartal erwartet

Das deutsche Wirtschaftswachstum, das im 1. Quartal des Jahres mit 0,3 Prozent deutlich schwächer war als erwartet, wird sich schon im 2. Quartal wieder beleben.

Container Quelle: dpa

Garant des Aufschwungs bleiben die Verbraucher: Sie steigerten ihren Konsum um 0,6 Prozent. Wegen der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation sitzt das Geld bei den Verbrauchern locker. Die staatlichen Konsumausgaben erhöhten sich sogar um 0,7 Prozent. "Auch die Investitionen legten zu", schrieben die Statistiker. Sowohl in Ausrüstungen wie Maschinen (+1,5 Prozent) als auch in Bauten (+1,7) wurde deutlich mehr investiert als im vierten Quartal 2014. Der Bauboom wird von den niedrigen Zinsen befeuert.

Die meisten Experten rechnen mit einem anhaltenden Aufschwung. "Die deutsche Wirtschaft wird in den kommenden Monaten wohl weiter expandieren", betonte etwa die Bundesbank zuletzt. Die Bundesregierung erwartet für dieses und nächstes Jahr jeweils 1,8 Prozent in Deutschland. 2014 waren es 1,6 Prozent.

Ifo-Index sinkt erstmals seit Oktober

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Mai zudem erstmals seit Oktober eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel minimal auf 108,5 Zähler von 108,6 Punkten im April, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Dies ist der erste Rückgang nach zuletzt sechs Anstiegen.

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Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 108,3 Zählern gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Kurs", erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn dennoch. Die Führungskräfte beurteilten ihre Lage etwas besser, aber ihre Geschäftsaussichten etwas schlechter als im Vormonat.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit im Aufschwung, hat aber zuletzt wieder mehr Gegenwind gespürt. So hat sich das Wachstum zu Jahresanfang wegen schwächelnder Exporte mehr als halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März durch den anhaltenden Konsum- und Bauboom um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu. Ende 2014 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht.

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