Konjunkur: Arbeitsmarkt hinkt dem Aufschwung hinterher

Konjunkur: Arbeitsmarkt hinkt dem Aufschwung hinterher

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Menschen im Wartezimmer der Agentur für Arbeit in Kiel

Auch im November waren weniger Menschen arbeitslos. Warum Experten dennoch enttäuscht sind.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist erneut gesunken, allerdings weniger stark als erwartet. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im November rund 2,9 Millionen Menschen auf Jobsuche. Das sind 14.000 weniger als im Oktober und 284.000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei sieben Prozent.

„Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur“, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur. „Die Arbeitslosigkeit sinkt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt.“

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Experten sehen die Zahlen allerdings mit Skepsis: „Angesichts des kräftigen Aufschwungs hätte ich einen noch stärkeren Rückgang erwartet“, sagte Lothar Hessler, Analyst bei HSBC Trinkaus. Die Erholung sei zwar intakt – dennoch hätten die Unternehmen angesichts der guten Konjunktur eigentlich mehr neue Arbeitskräfte einstellen müssen.

Erst gestern hatte die EU-Kommission ihre Prognosen zur Konjunkturentwicklung in Europa vorgestellt. Die europäischen Beamten sehen Deutschland mit einem Wachstum von 3,7 Prozent an der Spitze der EU-Staaten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten angesichts solcher Zahlen eine deutlich bessere Entwicklung des Arbeitsmarktes vorhergesagt.

Deutlicher Anstieg durch Wintereinbruch möglich

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich zwar fortgesetzt, doch das Tempo hat sich verlangsamt“, sagte Heinrich Bayer von der Postbank. Eine mögliche Ursache für den gebremsten Rückgang könne darin liegen, dass die Unternehmen für die zu besetzenden Stellen nicht das passende Personal finden.

Zudem warnen Experten, dass der plötzliche Wintereinbruch nun zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen könne, weil am Bau, in der Landwirtschaft oder in anderen saisonalen Betrieben im Winter weniger gearbeitet wird. In den jetzt veröffentlichten Zahlen ist der Effekt von Schnee und Frost noch nicht enthalten, weil der Stichtag zur Erhebung der Arbeitslosenzahlen in der Mitte des Monats lag. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in weiten Teilen Deutschlands noch Herbstwetter.

Aufgrund dieses Effektes rechnet auch die Bundesagentur bereits im Dezember mit einem erneuten Anstieg über die Grenze von drei Millionen. Ein Unterschreiten der Drei-Millionen-Grenze sei angesichts der einsetzenden Winterarbeitslosigkeit eher unwahrscheinlich, sagte Frank-Jürgen Weise.

Im Januar und Februar rechnet der BA-Chef mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 200.000 bis 300.000. Im schlechtesten Fall könnten es sogar bis zu 500.000 Jobsucher mehr sein, erläuterte Weise. Ziehe man saisonale Effekte ab, gehe die Erholung am Arbeitsmarkt aber weiter.

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