Konsumklima: Konsumangst wegen irgendwas

Konsumklima: Konsumangst wegen irgendwas

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Wegen wachsender Unsicherheit wird die Konsumlaune der Deutschen schlechter.

Die sinkende Konsumneigung ist vor allem als Symptom der wachsenden Unsicherheit über den Fortgang der Weltpolitik zu werten. Doch schon bald könnte Sie selbst zur Ursache eigener konjunktureller Turbulenzen werden.

Deutscher Konsumindex sinkt von 6,0 auf 5,9 Punkte – während anderswo der Bürgerkrieg tobt und ein Industrieland mit der atomaren Verseuchung kämpft, scheint es angemessen, diese Meldung zu ignorieren. Doch das wäre ein Fehler. Denn das scheinbar kleine Ereignis könnte sie als erstes Zahnrad in einem konjunkturellen Mechanismus herausstellen, der zur Ursache für einen möglichen Abschwung werden kann. 

Dass die Deutschen im März eine leicht geringere Konsumneigung als im Vormonat aufweisen und sowohl ihre eigene Einkommensentwicklung als auch die konjunkturelle Zukunft skeptischer einschätzen, ist zunächst angesichts des Weltgeschehens zwar nur mäßig begründet, aber vollkommen nachvollziehbar. Dabei haben aufgrund des Befragungszeitraums zwischen Ende Februar und Aschermittwoch weder das Unglücksstakkato an der japanischen Ostküste noch die erneut aufkommende Sorge um die Stabilität des Euro eine Rolle gespielt. Allein die Angst um den Ölpreis und die latent vorhandene Sorge um steigende Inflation kommen als rationale Ursachen infrage.

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Es geht weiter nach unten

Doch das Konsumklima ist selten rational. Für den Index werden Normalbürger nach ihren Erwartungen befragt werden, das Klima beschreibt somit eher Gefühle als die rationale Abwägung von Chancen und Risiken. Aufgrund der zahlreichen neuen Brandherde in der arabischen Welt ist die Fortentwicklung in den nächsten Monaten damit bereits absehbar: Weiter nach unten.

So wenig rational die dem Index zugrundeliegenden Bewertungen sein mögen, so real sind seine Auswirkungen. Denn dass der deutsche Wirtschaftsmotor so kräftig Fahrt aufgenommen hat während er bei den europäischen Nachbarn weiter stottert, liegt unter anderem an der steigenden Binnennachfrage – und vor allem der Erwartung eines weiteren Anstiegs.

Denn eine gängige Zukunftsprognose hoffnungsvoller Ökonomen lautet wie folgt: Zunächst ziehen die außereuropäischen Exporte weiter die deutsche Konjunktur nach vorne, sobald die an Bedeutung verlieren, übernimmt der Binnenkonsum die Rolle. Doch offenbar wird dieser Mechanismus gerade durch einen anderen ersetzt, der politische Krisen anderswo unmittelbarer als gedacht in negative Konjunkturimpulse hierzulande überträgt.  

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