Korruption: Wulff setzt sich gegen Vorwürfe zur Wehr

Korruption: Wulff setzt sich gegen Vorwürfe zur Wehr

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat sich mit einer 65-seitigen Anklageerwiderung gegen die Korruptionsvorwürfe der Staatsanwaltschaft zur Wehr gesetzt. Er war Mitte April angeklagt worden.

Dies berichtete die „Bild am Sonntag“. Wulffs Anwalt Bernd Müssig habe das Schreiben Mitte Juni beim Landgericht Hannover eingereicht. Darin würden schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben. So sei Wulff von den Ermittlern zum Lügner erniedrigt worden. In dem Schriftsatz werde die Anklage als denunziatorischer, persönlich Angriff auf Wulff bezeichnet. Müssig forderte, einen Prozess gegen Wulff mangels hinreichenden Tatverdachts nicht zu eröffnen.
Wulff war Mitte April wegen des Verdachts der Bestechlichkeit angeklagt worden. Ein Angebot der Staatsanwaltschaft zur Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen hatten er und der Filmproduzent David Groenewold abgelehnt. Wulff hätte 20.000 Euro zahlen und damit auch strafrechtliche Verantwortung übernehmen sollen. Darauf wollte er nicht eingehen.
Groenewold hatte 2008 einen Teil der Kosten für einen Oktoberfestbesuch des Ehepaares Wulff in München übernommen. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident wusste davon nach eigenen Angaben nichts. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sollte Wulff so motiviert werden, für ein Filmprojekt Groenewolds um Geld zu werben, was er einige Wochen später auch tat.

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Nach Darstellung Müssigs erfuhr Wulff erst im Januar 2012, dass Groenewold damals einen Teil der Hotelkosten übernommen hatte. Ein Vorteil für Wulff habe ohnehin nicht entstehen können, da die Auslagen dienstlich erstattet worden wären, heißt es im Bericht der „Bild am Sonntag“. Der Richter wolle in den kommenden Wochen entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen den Ex-Bundespräsidenten kommt.

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