Krankenhäuser: Charité-Finanzchef: Qualität der Kliniken in Gefahr

exklusivKrankenhäuser: Charité-Finanzchef: Qualität der Kliniken in Gefahr

von Anke Henrich

Der Finanzchef der Berliner Charité Matthias Scheller sieht die Qualität der Krankenhäuser in Gefahr, wenn deren Leistungen nicht besser bezahlt werden.

„Damit gute Kliniken ihre Qualität halten können, brauchen wir andere Finanzstrukturen. Zum Beispiel müssen sich die Gehaltserhöhungen für Ärzte und Pflegekräfte in den Preisen wiederfinden, die die Kassen erstatten“, sagte Scheller im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir leben längst von der Substanz.“

Ausdrücklich fordert Scheller, dass Krankenhäuser profitabel arbeiten. „Jedes Unternehmen, also auch Krankenhäuser, sollte Gewinn machen. Drei bis fünf Prozent Umsatzrendite sind möglich, denn Medizin, Wissenschaft und Ökonomie sind ein Dreiklang. Leidet die Wirtschaftlichkeit, leidet die Qualität. Das gilt für kleine Häuser genauso wie für eine Uniklinik wie die Charité.“ Scheller betonte, „nur Häuser, die zumindest in der Summe ein Plus machen, können es sich leisten, auch eine hoch spezialisierte, aber unprofitable Abteilung zu betreiben.“

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Zugleich warnte er vor zu hohen Renditeerwartungen börsennotierter Klinikketten-Betreiber: „Es spielt eine Rolle, ob die Klinik ihren Gewinn für sich selbst nutzen kann oder auch noch Aktionäre profitieren wollen. Höhere Qualität kostet. Das kann man nicht nur durch Einsparungen im Einkauf oder beim Personal wieder reinholen.“ Die Berliner Charité hatte 2011 erstmals in ihrer Geschichte schwarze Zahlen geschrieben. Sie machte 8,2 Millionen Euro Gewinn, 2010 schlug noch ein Verlust von 17,8 Millionen Euro zu Buche.

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