Krankenkassen: Bahr will privaten Kassen in die Hände spielen

Krankenkassen: Bahr will privaten Kassen in die Hände spielen

Mit einer Gesetzesänderung möchte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr einem Bericht zufolge die Wahltarif-Angebote der gesetzlichen Krankenkassen schwerer zugänglich machen. Damit nimmt er den Privatkassen eine große Konkurrenz und beschränkt das Angebot der gesetzlichen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will einem Medienbericht zufolge das Geschäft der gesetzlichen Krankenkassen beschränken. Geplant sei den gesetzlichen Kassen das Angebot von Wahltarifen deutlich zu erschweren, berichtet die "Berliner Zeitung". Durch eine vom Minister geplante Gesetzesänderung könnten diese Tarife nach Befürchtungen der Krankenkassen so teuer werden, dass sie sich künftig weder für die Versicherten noch für die Kassen lohnen und damit eingestellt werden müssten. Damit bestehe die Gefahr, dass Gutverdiener, die die Kassen über derartige Zusatztarife an sich binden konnten, in die privaten Kassen abwandern.

Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

  • Verdienen sie mehr als die nötige Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 53.550 Euro im Jahr?

    Ja: PKV geht
    Nein: Sie dürfen aus gesetzlichen Gründen nicht in die PKV

  • Sind Sie sich sicher, dass Sie zeitlebens auch höhere PKV-Beiträge zahlen können?

    Ja: spricht für die PKV,
    Nein: überlegen Sie es sich zwei Mal - Drin gefangen, drin gehangen

  • Haben Sie Familie? Oder planen Sie eine eigene Familie?

    Ja: in der GKV sind ihre Kinder kostenlos mitversichert, in der PKV kosten sie im Schnitt 120 Euro pro Kind und Monat extra
    Nein: dann ist die PKV für Sie vermutlich günstiger als die GKV

  • Legen Sie Wert auf Kinderbetreuung im Krankheitsfall?

    Ja: GKV übernimmt sie unter Voraussetzungen
    Nein: spricht für die PKV, in der Kinderbetreuung nicht als Standardleistung gilt

  • Legen Sie Wert auf Eltern-Kind-Kuren?

    Ja: diese Leistung übernimmt nur die GKV
    Nein: dann kann eine private Krankenversicherung günstiger sein

  • Legen Sie Wert auf die Erstattung von Brillen?

    Ja: davon zahlt die GKV nichts, nur die PKV
    Nein: spräche für GKV

  • Legen Sie Wert auf unauffälligen Zahnersatz?

    Ja: die GKV spart daran, dort bräuchten Sie eine private Zahnzusatzversicherung, bei der PKV brauchen Sie diese in der Regel nicht
    Nein: dann reichen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aus

  • Legen Sie Wert auf alternative Heilmethoden?

    Ja: achten Sie auf die Wahl des GKV-Anbieters, einige erstatten auch Akupunktur und andere Verfahren. Oft ist die PKV aber kulanter

    Nein: GKV reicht aus

  • Legen Sie Wert auf Krankentagegeld, falls Sie länger als sechs Wochen in einem Jahr unter der selben Krankheit leiden und der Arbeitgeber deshalb die Lohnfortzahlung einstellen kann?

    Ja: die GKV zahlt. Die PKV zahlt Krankentagegeld nur, wenn diese Leistung zusätzlich vereinbart und über höhere Beiträge bezahlt wird
    Nein: dann spielt dieser Aspekt bei der Entscheidung GKV oder PKV keine Rolle

  • Sind Ihnen Wohlfühl-Elemente wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung wichtig?

    Ja: das spricht für eine Privatversicherung

    Nein: dann genügen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse

  • Sind Sie bereit und in der Lage, Arzthonorare – auch für eine ganze Familie - vorzuschießen?

    Ja: Dann ist die PKV kein Problem
    Nein: dann ist der Abrechnungsmodus der GKV besser. Sie zahlt sofort.

Seit 2007 haben die Krankenkassen die Möglichkeit, ihren Versicherten Tarife mit unterschiedlichen Leistungen anzubieten. Derzeit nutzen fast neun Millionen Versicherte derartige Tarife, die an das Angebot der Privatkassen angelehnt sind. Zielgruppe sind vor allem Gutverdiener. Sie sollen mit diesen Tarifen davon abgehalten werden, zu einer Privatversicherung zu wechseln. Den Privatkassen ist das daher schon lange ein Dorn im Auge. Sie hatten immer wieder gefordert, den gesetzlichen Kassen das Angebot von Wahltarifen gänzlich zu verbieten.

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Bundesregierung Daniel Bahr - der Schönwetter-Minister

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr setzt auf kurzfristige Erfolge. Die Apotheker bekommen mehr Geld, die Ärzte wohl noch einen Nachschlag. Bahr profitiert vom Geldsegen im Gesundheitswesen.

Quelle: dpa

Wahltarife bieten die Möglichkeit, die Prämien mit Selbstbehalten zu drücken oder sich Beiträge erstatten zu lassen, wenn die Versicherten wenig Leistungen in Anspruch nehmen. Bei rund 70 Kassen können deutsche Versicherte derzeit so ihren Beitrag drücken. Durch Wahltarife lassen sich bis zu 600 Euro im Jahr sparen, wenn man nicht zum Arzt geht.

Bei Bonusprogrammen verlangen die Kassen aktive Vorsorge und belohnen dies mit bis zu 720 Euro im Jahr. Dafür binden sich Versicherte bis zu drei Jahre an den Wahltarif und können somit nicht kurzfristig von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln.

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