Krankenkassenbeiträge: Gabriel will Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen

Krankenkassenbeiträge: Gabriel will Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen

, aktualisiert 17. August 2016, 17:39 Uhr
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Der Zusatzbeitrag liegt zurzeit im Schnitt bei 1,1 Prozent. Hinzukommt der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttolohns. Der Arbeitgeberanteil daran ist bei 7,3 Prozent gedeckelt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die SPD will die Arbeitgeber wieder stärker an den Krankenkassenbeiträgen beteiligen. Wirtschaftsminister Gabriel fordert, dass sie künftig die Hälfe des Betrages übernehmen müssen. Kritik kommt von der Union.

BerlinIn der großen Koalition in ein Streit über die Finanzierung der Krankenkassen entbrannt. Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte am Mittwoch, dass die Beiträge wieder zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden müssten. Bei Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) stieß er damit umgehend auf Widerspruch. Die damalige rot-grüne Regierung sei 2006 aus gutem Grund davon abgerückt, gleiche Beiträge bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu erheben, sagte ein Sprecher. Das sei der gesetzlichen Krankenversicherung zugutegekommen. Es gebe daher keinen Grund für Änderungen. „Es gibt keine entsprechenden Pläne, die Parität wieder einzuführen.“

Gabriel dagegen forderte in der „Bild“, dass die Parität auch bei den Zusatzbeiträgen gelten müsse. „Ich verstehe nicht, dass sich die Union dem bislang verweigert.“ Der allgemeine Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen, liegt bei 14,6 Prozent. Allerdings können die Kassen einen Zusatzbeitrag erheben, den allein die Mitglieder stemmen müssen. Er liegt im Schnitt bei 1,1 Prozent, könnte sich aber Experten zufolge in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln.

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Unterstützung erhielt der SPD-Chef von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Das ist überfällig“, sagte deren Chef Frank Bsirske. Es sei ungerecht, dass der medizinische Fortschritt einseitig durch Zusatzbeiträge von Arbeitnehmern getragen werde, während alle davon profitierten.

Die Arbeitgeber lehnten Gabriels Vorschlag dagegen rundweg ab. „Die Entscheidung von Rot-Grün vor mehr als zehn Jahren, den Arbeitgeberbeitrag festzuschreiben, ist und bleibt richtig“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Damit seien die Lohnzusatzkosten begrenzt worden, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Firmen zu erhalten. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisierte die Forderung des SPD-Chefs als befremdlich. Schon jetzt trügen die Unternehmen einen höheren Anteil an den Gesundheitskosten, da sie vollständig die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und die Krankenversicherungsbeiträge für Minijobber leisteten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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