Kreditfinanzierung: Aigner will die Energiewende auf Pump

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Kreditfinanzierung: Aigner will die Energiewende auf Pump

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Stromkunden sollen künftig nur noch einen Fixbeitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen, der sich an ihrem Stromverbrauch orientiert.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will die Energiewende zum Teil per Kredit finanzieren. Die Ökostrom-Umlage könnte dann von 6,2 Cent auf 4,9 Cent je Kilowattstunde sinken.

Bayern will den Streit über steigende Strompreise als Folge der Energiewende einem Zeitungsbericht zufolge mit einem neuen Finanzierungsmodell entschärfen. Der Vorschlag aus dem Landeswirtschaftsministerin unter Führung von Ilse Aigner (CSU) sehe im Kern vor, große Teile der Energiewende über Kredite zu finanzieren, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe). Die Stromkunden würden demnach nur noch einen Festbetrag für den Ausbau der erneuerbaren Energien zahlen, der sich an ihrem Verbrauch orientieren könnte. Darüber hinaus benötigtes Geld könnte über einen Fonds am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Die Stromkunden sollten die Schulden dann über viele Jahre abtragen.

Chronik der Energiewende

  • 11. März 2011 Fukushima

    Der von einem Erdbeben ausgelöste Tsunami überschwemmt und zerstört in Fukushima-Daini 250 Kilometer nordöstlich von Tokio Teile des Kernkraftwerks.

  • 15. März 2011 Atommoratorium

    Die Bundesregierung ordnet an, sieben ältere Kernkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen, die übrigen zehn Reaktoren kommen auf den Prüfstand.

  • 30. Mai 2011 Ausstiegsbeschluss

    Union und FDP einigen sich auf einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022, die sieben älteren Meiler müssen endgültig stillgelegt werden.

  • 6. Juni 2011 Energiewende

    Das Kabinett segnet das Atom- und Energiepaket ab und präsentiert die energie- und klimapolitischen Ziele bis 2050.

  • 9. November 2012 EU protestiert

    Die EU-Kommission reklamiert für sich Kompetenzen bei der Energiewende. Der Strommarkt müsse europäischer werden.

  • 12. Juni 2013 Kanzlerin greift ein

    Angela Merkel fordert eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG): „Wenn die EEG-Umlage so weiter steigt, dann haben wir mit der Energiewende ein Problem.“

Es handele sich um eine sofortige Entlastung, zitierte die "SZ" aus einem energiepolitischen Grundsatzpapier von Aigners Ministeriums. Würde das Modell umgesetzt, könnte damit der Streit über die Ökostrom-Umlage und steigende Strompreise entschärft werden. Derzeit werde der Vorschlag innerhalb der bayerischen Regierung abgestimmt.

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Die Ökostrom-Umlage beträgt für dieses Jahr 6,2 Cent je Kilowattstunde. Damit hat sich der Beitrag innerhalb von vier Jahren mehr als verdreifacht. Im Vorschlag Aigners wird dem Bericht zufolge mit einem Satz von 4,9 Cent kalkuliert. Damit würde aber nicht genug Geld zusammenkommen, um alle Verpflichtungen zum einzuhalten. Daher solle der Rest aus einem Fonds beigesteuert werden. Er könnte bis Mitte des kommenden Jahrzehnts bis auf 72 Milliarden Euro anwachsen.

Weitere Artikel

Die neue Bundesregierung will das Fördersystem für erneuerbare Energien möglichst rasch reformieren. Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel hatte kürzlich einen Neustart der Energiewende angekündigt. Er will bald Eckpunkte für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vorlegen. Unterdessen prüft die EU-Kommission, ob das deutsche System mit dem EU-Recht vereinbar ist.

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