Kreditklemme: Gipfel gegen Kolbenfresser

KommentarKreditklemme: Gipfel gegen Kolbenfresser

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Spitzengespräch der Bundesregierung und Vertretern von Banken- und Wirtschaftsverbänden zur Kreditversorgung von Unternehmen: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD, M), der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) Uwe Fröhlich und DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann (l)

Die Kreditklemme erwischt die deutsche Wirtschaft erst richtig im Winter. Schon jetzt wollen Politik, Banken und Realwirtschaft gegensteuern.

Es ist wohl der letzte Gipfel vor der Bundestagswahl gewesen, und es ging um ein Thema, welches die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten in Atem halten wird: die Kreditklemme. DIHK-Präsident Driftmann, Gastgeber des Treffens zwischen Bundesfinanzminister Steinbrück und den Spitzen der deutschen Wirtschaft und Finanzwelt, rechnet noch mit dem Schlimmsten, paradoxerweise erst recht, wenn der Aufschwung wieder greifen sollte und die Unternehmen wieder mehr bestellen, liefern und investieren müssen. Denn ohne das Schmiermittel Kredit würde der wieder Schwung aufnehmende Wirtschaftsmotor zum Kolbenfresser, hohe Ausfälle bei den Unternehmen wären die Folge.

Ohne die Banken geht es nicht

Die Politik kann Firmenzusammenbrüche durch Kreditknappheit nicht wollen. Die Bundesregierung stellt sich nun, nachdem sie die Kernschmelze bei den Banken verhindert hat, auf die Rettung der Realwirtschaft ein und übernimmt dabei Aufgaben, die eigentlich den Kreditinstituten zustünden, wenn diese nicht mit ihren eigenen Schäden aus der Finanzkrise beschäftigt wären. Mit Globaldarlehen und der Absicherung von Warenkrediten versucht die Bundesregierung noch einigermaßen schonend zu helfen. Von den „Zwangsmaßnahmen“, die Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den Banken im Frühsommer angedroht hatte, ist nichts mehr zu hören.

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Christian Ramthun Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Christian Ramthun

Bild: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Doch ohne die Banken geht es bei aller Staatsallmacht nicht. Und so ist die auf dem Gipfel getroffene Selbstverpflichtung der Kreditinstitute, eine ausreichende Kreditversorgung sicherzustellen, löblich, wichtig und richtig. Banken und Sparkassen haben den besten Kontakt zu den Unternehmen, sie können am besten Risiken und Chancen einschätzen.

Sie sollten dabei bitte aber nicht statisch-bürokratisch prüfen. Im Keller ist es immer düster, doch wenn nicht alle Prognosen trügen, steht die Wirtschaft vor einem baldigen Aufschwung. Diese Perspektiven sollten die Banken ebenfalls berücksichtigen, wenn sie die Kreditwürdigkeit der Unternehmen prüfen.

Und auch die Unternehmen sind gefordert. Für sie gibt es eine „Holschuld“, sie müssen etwa die Finanzhilfen des extra eingerichteten Wirtschaftsfonds Deutschland auch anfragen und abrufen. Das geschieht bisher zu wenig. Da fällt einem der Satz ein: „Saufen müssen die Pferde an der Tränke aber selber.“ Vielleicht wissen sie es nach dem Berliner Gipfel ja besser.

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