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Kreditklemme und Fachkräftemangel: Arbeitgeber starten sorgenvoll in das Jahr 2010

von dpa/rtr/ant

Zwar blicken die deutschen Arbeitgeber optimistisch in die Zukunft. Probleme, die einen selbsttragenden Aufschwung und robustes Wirtschaftswachstum hemmen, sehen die Verbandspräsidenten dennoch.

Die Präsidenten der vier Quelle: dpa
Die Präsidenten der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft: Dieter Hundt (BDA), Hans Heinrich Driftmann (DIHK), Otto Kentzler (ZDH) und Hans-Peter Keitel (BDI) (von links) Quelle: dpa

Am Arbeitsmarkt rechnet der BDA-Chef im kommenden Jahr „mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl, welche die vier Millionen nicht übersteigt“. Damit ist er etwas optimistischer als die Regierung mit ihrer Prognose von 4,1 Millionen. Es müsse aber alles getan werden, „dass die Unternehmen nicht in eine breite Kreditklemme geraten“, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. „Wenn den Unternehmen die Liquidität für Investitionen fehlt, gefährdet dies die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung.“

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Eine flächendeckende Kreditklemme zu verhindern, sei oberste Priorität, fordern deshalb die Präsidenten der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft in einer Umfrage. Dazu müsse neben den Banken auch die Politik beitragen. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann warnt, der Fachkräftemangel drohe neben einer Kreditklemme zu einem zweiten großen Hemmschuh für einen Aufschwung zu werden. Ein baldiges Ende der Krise erwarten Driftmann und seine Kollegen vom Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Handwerksverband ZDH nicht.

Zwei Prozent Wachstum in 2010

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für das kommende Jahr ein ansehnliches Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. „Die Erholung setzt sich fort, wenn auch nicht mit der Dynamik des dritten und vierten Quartals 2009.“ Rückschläge seien zudem durchaus möglich, warnte Treier.

Beachtliche Risiken bergen nach seinen Worten zum Beispiel die stockende Kreditvergabe an die hiesige Wirtschaft sowie die steigende Arbeitslosigkeit, die den Konsum dämpfe. Für 2009 erwartet der DIHK eine durchschnittliche Arbeitslosenzahl von 3,45 Millionen Menschen. Im kommenden Jahr dürften nach Treiers Prognose rund 500.000 dazu kommen, die Zahl der Arbeitslosen also auf 3,9 Millionen steigen. „Das ist eine ganze Menge. Gemessen am Wachstumseinbruch ist das aber verkraftbar“, bilanzierte er.

Unternehmensfinanzierung als Achillesferse

Wenn es um die größten Sorgen für die nahe Zukunft geht, dann steht die Furcht vor zunehmenden Finanzierungsproblemen in vielen großen und kleinen Firmen bei den Verbandschefs ganz oben auf der Liste. „Die Politik muss die Banken in die Lage versetzen, die Unternehmen mit Krediten zu angemessenen Konditionen zu versorgen“, fordert Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel: „Ich habe die Sorge, dass sich die Finanzierungsbedingungen 2010 auf breiter Front weiter verschlechtern und so den Aufschwung bremsen könnten.“ Mehr denn je sei die Unternehmensfinanzierung die Achillesferse des Aufschwungs. Auch für Handwerkspräsident Otto Kentzler ist der dringlichste Wunsch für 2010 „die Sicherstellung einer hinreichenden Unternehmensfinanzierung“, vorrangig bei den Betriebsmitteln und damit im Tagesgeschäft.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.04.2010, 16:53 Uhrarbeitsloser Ing. mit 4 Ausbildungen

    Die Verbandspräsidenten scheinen die Situation völlig falsch einzuschätzen.
    Einerseits suchen gut ausgebildete ingenieure eine Tätigkeit, geben nach der 300 sten bewerbung auf, auf der anderen Seite beklagen sich die Jungingenieure, dass sie Aufgrund mangelnder Erfahrung nicht genommen werden und dann beklagen gerade die, die in Chefpositionen die falschen Entscheidungen getroffen haben einen Mangel an gut ausgebildeten ingenieuren und Technikern.

  • 04.01.2010, 13:21 UhrPeter Petronius

    Der Fachkraeftemangel ist eine Schande fuer Deutschland, vor allem bei den gleichzeitigen Klagen, dass zu viele Schulabgaenger, wenn sie denn einen Abschluss geschafft haben, nicht ausbildungsfaehige seien. Asien ist nicht nur rein numerisch der Konkurrent sondern besonders bei Lernbereitschaft und Arbeitswut. Die Koalition muss hier ganz besonders ihre Wahlversprechen einloesen!

  • 29.12.2009, 11:18 UhrObserver

    Die Arbeitgeber sollten sich mal besser Gedanken um mehr innere Demokratie in ihren Unternehmen machen.

    Da koennen sie mal selbststaendiges etwas tun, anstatt nur auf andere in Politik, Gewerkschaften und bankgewerbe zu zeigen, gelle.

    Die banken koennen nichts dafuer, dass die deutschen Firmen weitgehend noch immer die Produkte aus dem 20.Jahrhundert bauen. Auf Traegheit, Unflexibilitaet und bettelnde Worte wuerd ich auch kein Geld rausruecken, wenn ich es dann mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr wieder sehe.

    Welche deutschen Unternehmen sind denn noch an der NYSE gelistet und faehig, dort auch vorzeigbare Handelsvolumina zu generieren?

    Die SAP und dann kommt erstmal lange nix.

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