Kriminalstatistik: Zahl der Straftaten in Deutschland gestiegen

Kriminalstatistik: Zahl der Straftaten in Deutschland gestiegen

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder auf etwas mehr als sechs Millionen geklettert. Innenminister de Maizière nennt Deutschland dennoch ein "sicheres" Land.

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder auf etwas mehr als sechs Millionen geklettert. Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist das im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von zwei Prozent. Aber auch die Aufklärungsquote habe mit 54,9 Prozent aller Straftaten leicht über dem Wert von 2013 gelegen.

Kriminalstatistik

  • Straftaten

    Insgesamt registrierte die Polizei 2014 rund 6,082 Millionen Straftaten, das sind zwei Prozent mehr als 2013. Die Polizei konnte 54,9 Prozent der Fälle aufklären, eine etwas bessere Quote als im Vorjahr. Über ein Viertel der Tatverdächtigen sind „alte Bekannte“, die auch wegen anderer Delikte schon im Visier waren.

  • Tatverdächtige

    Fast jeder fünfte Tatverdächtige ist nicht-deutscher Herkunft. „Das will ich nicht verschweigen“, sagte de Maizière. Allerdings hinke hier das Zahlenwerk, weil auch Touristen Straftaten begehen oder Asylbewerber auffällig werden. „Trotzdem: Die Ausländerkriminalität ist alles in allem betrachtet höher als im Durchschnitt der Bevölkerung.“

  • Schwere Gewaltkriminalität

    Die schwere Gewaltkriminalität mit Körperverletzungen und Raub geht seit 2009 stetig zurück. Auch die Jugendkriminalität sank im Vorjahr um 9,3 Prozent: „Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen immer gewalttätiger werden“, so de Maizière. Allerdings würden junge Menschen Gewalt immer intensiver ausleben.

  • Sexueller Missbrauch

    Die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern, die die Behörden mitbekommen, verringerte sich um 2,4 Prozent. Auch Autodiebstähle und Sachbeschädigungen werden seltener beobachtet. 2014 gab es aber mehr Diebstähle (+2,4 Prozent), Rauschgiftdelikte (+9,2) und Taschendiebstähle (+2,5).

  • Wohnungseinbrüche

    Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um 1,8 Prozent auf 152 123 gestiegen, so viel wie seit rund 15 Jahren nicht mehr. De Maizière warnte, herumreisende Einbrecherbanden seien nur schwer in den Griff zu bekommen. Bund und Länder würden an neuen Ermittlungskonzepten arbeiten.

  • Hasskriminalität

    Besorgniserregend sei, dass fremdenfeindliche, antisemitische oder rassistisch motivierte Hasskriminalität im Sog von Flüchtlings- und Asyldebatte einen Höchststand erreicht habe. Kirchen, Synagogen und Moscheen werden gezielt angegriffen, auch Unterkünfte von Asylbewerbern und Flüchtlingen: „Das muss gestoppt werden“, sagte de Maizière.

  • Gewalt gegen Polizisten

    Nicht hinnehmen wollen Bund und Länder, dass täglich mehr als zehn Polizisten massiv angegriffen werden. „Das ist erschütternd und zeugt von großer Brutalität und Menschenverachtung dieser Täter“, so der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow.

„Deutschland ist nach wie vor ein Land - auch und gerade im internationalen Vergleich -, in dem die Bürgerinnen und Bürger alles in allem sicher leben können“, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. Zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) stellte er die aktuelle Kriminalstatistik vor.

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Es gebe aber Anlass zu „Besorgnis in einigen Feldern“, hieß es. Zugenommen habe die Zahl ausländischer Tatverdächtiger - und zwar um 14 Prozent - einschließlich illegaler Einreisen. Der Anteil nicht-deutscher Täter liege bei 24,3 Prozent aller Tatverdächtigen. Erfasst würden hier allerdings auch Straftaten etwa von Touristen. „Trotzdem: Die Ausländerkriminalität ist alles in allem betrachtet höher als im Durchschnitt der Bevölkerung.“

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Als erfreulich nannte es de Maizière, dass sich der seit 2009 zu beobachtende Rückgang der Gewaltkriminalität fortgesetzt habe - 2014 um weitere 2,1 Prozent. Auch die Jugendkriminalität habe um 9,3 Prozent abgenommen - wenngleich von einem hohem Niveau. „Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland immer gewalttätiger werden.“ Mehr Sorge bereite dagegen die Intensität der Gewalt. Zurückgegangen seien auch sexueller Missbrauch von Kindern, Kfz-Diebstahl sowie Sachbeschädigungen.

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