Kritik: Bürgerversicherung der Grünen belastet Familien

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Eine Bürgerversicherung könnte teuer werden

von Cordula Tutt

Die Wahlkampfforderung der Grünen nach einer einheitlichen Krankenversicherung für alle Bürger stößt bei Fachleuten auf Kritik.

Boris Augurzky, Gesundheitsökonom am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), sieht „eine enorme Belastung“ durch eine solche Bürgerversicherung. Schon wer ein mittleres Einkommen habe, müsse mehr zahlen, sagte er. „Eine Bürgerversicherung in dieser Art wirkt wie eine zusätzliche Steuer, weil viele mehr zahlen müssen, ohne dafür bessere Leistungen zu bekommen.“ Er erwartet: „Die zusätzliche Belastung kann im Extremfall bis zu 1000 Euro mehr im Monat betragen.“

Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, Professor an der Universität Duisburg-Essen, bezweifelt zudem, dass der Beitragssatz wie versprochen im Gegenzug sinken würde. Bisher privat Versicherte hätten Bestandsschutz, andererseits sollten dann einheitliche Arzthonorare gelten. Das komme die Bürgerversicherung um vielleicht 4,5 Milliarden Euro teurer als Kassen bisher, zugleich sinke die Last der Privaten.

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Dennoch sei eine andere Art der Finanzierung - nicht nur aus Löhnen und Gehältern - notwendig. „Wenn wir nichts an der Art der Einnahmen ändern, werden wir jährlich steigende Beitragssätze haben“, argumentiert Wasem.
Die Grünen wollen eine Bürgerversicherung, in der alle Bürger krankenversichert sind. Alle Anbieter müssten jeden ohne Gesundheitscheck aufnehmen. Grundsätzlich soll jeder Erwachsene einen Beitrag gemäß seinem Einkommen zahlen. Ehepartner sollen nur kostenlos mitversichert werden, wenn sie Kinder erziehen oder Angehörige pflegen.

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