Kritik zurückgewiesen: BDI will Wachstumsprognose für 2008 senken

Kritik zurückgewiesen: BDI will Wachstumsprognose für 2008 senken

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BDI-Präsident Jürgen Thumann

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) will seine Wachstumsprognose für die wirtschaftliche Entwicklung 2008 nach unten korrigieren. Außerdem wies BDI-Präsident Jürgen Thumann in ungewöhnlich scharfer Form die anhaltende Kritik von Politikern an der Wirtschaft zurück.

BDI-Präsident Jürgen Thumann erklärte im Interview mit der WirtschaftsWoche, „dass das von uns prognostizierte Wachstum von bis zu zwei Prozent kaum noch zu erreichen ist“. Wichtige Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft entwickelten sich leider unerfreulich. Thumann: „Der extrem schwache Dollar macht unserer Exportwirtschaft zu schaffen. Inzwischen gehen Aufträge verloren, einige Unternehmen versuchen sich mit Teilfertigungen im Dollar-Raum zu helfen.“  Außerdem sei bei der Finanzkrise noch nicht einmal die Talsohle durchschritten. „Da müssen wir uns wohl noch auf einiges gefasst machen“, so Thumann.

Laut BDI-Präsident besteht die Gefahr, dass der erfreuliche Beschäftigungsaufbau im nächsten Jahr stoppe. Falls nun in der Tarif-, Steuer- und Abgabenpolitik nicht vernünftig gegengesteuert werde, drohe sogar wieder steigende Arbeitslosigkeit. Thumann: „Wir müssen für eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer kämpfen. Auch die kalte Steuerprogression muss die Politik endlich ernst nehmen.

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Denn der Staat bestraft denjenigen, der mehr leisten will.“ Mit Blick auf die laufende Tarifrunde spricht sich der BDI-Präsident für eine moderate Grunderhöhung aus. Darüber hinaus sollten die einzelnen Unternehmen „je nach individueller Ertragslage durchaus hohe Einmalzahlungen an ihre Mitarbeiter leisten“. Hohe Tarifabschlüsse wirkten dagegen auch in Folgejahren und gefährdeten bei einer trüberen Konjunktur Arbeitsplätze.

 In ungewöhnlich scharfer Form hat der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, die anhaltende Kritik von Politikern an der Wirtschaft zurückgewiesen. Wer das Fehlverhalten Einzelner zum Anlass einer Systemkritik nehme, so Thumann gegenüber der WirtschaftsWoche, „der zerstört selbst die Grundlage unserer freiheitlichen Demokratie“.

Weiter kritisiert der BDI-Präsident: „Am schlimmsten sind die linken Maulhelden, die jetzt einfach Mindestlöhne fordern und so die Arbeitsplätze von gering Qualifizierten gefährden.“ Stattdessen weist Thumann in der WirtschaftsWoche darauf hin, dass die Wirtschaft in den vergangenen beiden Jahren mehr als eine Million zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen habe. Momentan würden jeden Tag im Durchschnitt 1600 Arbeitsplätze geschaffen. Hoher Bedarf bestehe unverändert bei hoch qualifizierten Facharbeitern und Ingenieurpositionen.

Die Politik rede aber zu wenig von diesen Leistungen, zu viele Politiker beteiligten sich vielmehr munter am Verbreiten von Vorurteilen über „Neo-“ oder „Superkapitalismus“, der angeblich ein Wettrennen nach unten, niedrigere Einkommen und soziale Ungerechtigkeit verursache.

Thumann: „Für mich ist völlig unverständlich, wie Teile der Öffentlichkeit und demokratischen Parteien sich von den Parolen der Linkspartei ins Bockshorn jagen lassen.“In der Frage der Managergehälter räumt der Industriepräsident indes ein, „dass in einigen Fällen das rechte Maß abhanden gekommen ist“. Thumann appelliert deshalb an die Verantwortung der Aufsichtsräte, die übrigens häufig paritätisch mit Arbeitnehmervertretern besetzt seien, bei der Festlegung der Gehälter Augenmaß zu zeigen.

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