_

Ladenschluss: Rettet die freien Öffnungszeiten!

von Harald Schumacher

Rot-grüne Regierungspolitiker in Nordrhein-Westfalen wollen den Ladenschluss zurückdrehen - andere Bundesländer könnten es nachmachen. Doch erst fragen die NRW-Grünen die Bürger im Internet. „Rettet die freien Öffnungszeiten“ fordert die WirtschaftsWoche. Jeder kann teilnehmen, bundesweit und bis zum 4. März.

Die Geschichte des Ladenschlussgesetzes

Oktober 1911

Kaufleute aus fast 1.000 Gemeinden und diversen Großstädten verständigen sich auf einen allgemeinen Ladenschluss um 20 Uhr. Auch sonntags darf während fünf Stunden eingekauft werden.

Quelle: C&A

Samstag nach 18 Uhr nochmal in Stadt und nach einer neuen Winterjacke schauen? Mittwoch nach den Tagesthemen noch schnell den unerwartet leeren Kühlschrank füllen? Heute geht das in Nordrhein-Westfalen und auch in vielen anderen Bundesländern (siehe Grafik). Von Montagmorgen bis Samstag um Mitternacht können Einzelhändler in einem großen Teil der Republik ihre Geschäfte öffnen, wann sie wollen.

Anzeige
Grafik: Wie das Shoppen in Deutschland reguliert ist
Wie das Shoppen in Deutschland reguliert ist

Doch maßgebliche Politiker der rot-grünen Regierungsparteien in Nordrhein-Westfalen wollen die Ladenschluss-Uhr zurückdrehen. Wenn sie sich durchsetzen, könnte samstags künftig schon um 18 Uhr Schluss sein, von montags bis freitags wäre wieder Stress-Shopping bis 20 oder spätestens 22 Uhr angesagt - verkaufsoffene Sonntage gäbe es sowieso seltener. Kirchen und Gewerkschaften machen mächtig Druck, um die Liberalisierung von 2006 wieder zu kippen.

Doch die Bürger können auf das Ergebnis Einfluss nehmen und den Rückschritt verhindern. Denn die Grünen in NRW haben Sorge, ihre großstädtische Klientel zu verprellen. Deshalb läuft seit kurzem eine Online-Umfrage, die der Partei anschließend als Richtschnur bei der Entscheidung dienen soll.  

Logisch, dass nun Gewerkschafts-Funktionäre und -Mitglieder klicken was das Zeug hält. Seit Tagen schon beantworten sie eifrig das Dutzend Fragen nach Einkaufsverhalten und Ladenschluss-Wünschen, um per Mausklick ihrem politischen Ziel näher zu kommen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.02.2012, 17:43 UhrAnonymer Benutzer: helago

    Jeder kann einkaufen wo er willeizeit. Im übrigen spricht ja viel für das Verhalten der Wiwo - Redaktion, meinen Kommentar einfach zu löschen. Unbequeme Leserreaktionen kann man auch unter den Tisch kehren. Ich halte nach wie vor fest: so kann man Umfragen auch manipulieren.

  • 02.02.2012, 18:40 UhrAnonymer Benutzer: AndiDD

    Danke für den Tipp...

    Wäre nicht schön, wenn man wieder wie um überwunden geglaubten "Früher" eigens Urlaub nehmen müsste, nur um einkaufen zu gehen.

    Aber das gilt natürlich nur für uns arbeitende Dummköpfe: Hartzies, Frührentner und Leute, die zum Carrefour in Lauterbourg fahren können, brauchen sich ja beim Einkaufen nicht nach Arbeitszeiten zu richten (jedenfalls nicht nach den eigenen).

    Und so werden auch liberale Öffnunsgszeiten, gesamtgesellschaftlich und Wahlverhaltens-relevant gesehen, weniger wichtig für die Allgemeinheit :-).

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.