Länder-Image: Deutschland hui, Russland pfui

Länder-Image: Deutschland hui, Russland pfui

Bild vergrößern

Weltmeister und Wirtschaftslokomotive: Deutschland ist im Ausland so beliebt wie nie

von Tim Rahmann

Deutschland ist das beliebteste Land der Welt. Dank WM-Triumph und Wirtschaftskraft überholt die Bundesrepublik die USA. Russland hingegen rauscht ab.

Merkel, Mittelstand und Mannschaft der Stunde: Deutschland genießt international einen vorzüglichen Ruf – es ist laut dem jährlichen Anholt-GfK Nation Brands IndexSM (NBISM) das beliebteste Land der Welt. Die Studie misst das Image von 49 entwickelten Ländern sowie Schwellenländern basierend auf 23 verschiedenen Merkmalen. Besonders gelobt wird Deutschland für seinen Politikstil, seine Wirtschaftskraft und die sportlichen Spitzenleistungen.

Simon Anholt, ein unabhängiger Polit-Berater, erklärt: „Deutschland hat offensichtlich nicht nur von seiner herausragenden Leistung bei der Weltmeisterschaft profitiert, sondern auch von seiner Führungsrolle in Europa, seiner starken Wirtschaft sowie seiner international kontinuierlich wahrgenommenen politischen Verantwortung.

Anzeige

Deutschlands Punktzahl ist vor allem in den Bereichen „ehrliche und kompetente Regierung“ gestiegen. Bei „Investitionsklima“ und „soziale Gleichheit“ stehen die höchsten Punktzahlen zu Buche, die in der diesjährigen Studie unter allen Kategorien gemessen wurden.“

USA haben sich unbeliebt gemacht

Insgesamt werden die Umfrageergebnisse in sechs Kategorien zusammengefasst, nach denen das nationale Image beurteilt wird: Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus sowie Immigration/Investitionen. Für die diesjährige Studie wurden insgesamt 20.125 Interviews in 20 Ländern durchgeführt.

Die beliebtesten Länder der Welt

  • Platz 10

    Jahr für Jahr bescheinigen Studien den Schweden, eines der glücklichsten Völker der Welt zu sein. Das wird auch international so gesehen. Das nordische Land gehört laut GfK-Studie zu den beliebtesten und angesehensten Staaten der Welt.

  • Platz 9

    Sehnsuchtsort am Ende der Welt: Australien gilt als naturverbunden, sozial und lebenswert.

  • Platz 8

    Die Eidgenossen haben mit ihrem umstrittenen Votum gegen „Massenzuwanderung“ für Argwohn bei den europäischen Nachbarn gesorgt. Nachhaltig gelitten hat der Ruf der Schweiz aber nicht.

  • Platz 7

    Italien überzeugt mit Kultur, Küche und Lebensfreude. Wie im Vorjahr landet das Land auf Rang 7.

  • Platz 6

    Japan ist aufgrund der Geschichte in Asien nicht überall beliebt. Aktuell belastet der Streit um unbewohnte Inseln im Südchinesischen Meer das Verhältnis zu China. Außerhalb Asiens aber ist Japans Image gut. Wie im Vorjahr liegt das Land in der GfK-Studie auf Rang 6.

  • Platz 5

    Im Schatten der übermächtigen USA wird Kanada oft übersehen. Dabei bietet das Land beste Lebensbedingungen: Es gibt viel Natur und Erholungsgebiete, die Menschen sind aufgeschlossen und die Politik umsichtig. Kein Wunder, dass der Ruf des Landes gut ist.

  • Platz 4

    Frankreich ist durch die Wirtschaftskrise mit sich selbst beschäftigt. Doch dem guten Ruf tut weder die konjunkturelle Flaute noch das Erstarken des rechtspopulistischen Front National einen Abbruch: Wie 2013 landet die „grande nation“ auf Rang 4.

  • Platz 3

    Wie im Vorjahr auch kommt Großbritannien auf Rang drei. Es profitiert vor allem von seinen weltbekannten Bildungseinrichtungen: die Universitäten von Oxford und Cambridge sind weltweit ein Begriff.

  • Platz 2

    Einen Platz nach unten geht es für die USA. Bisher Spitzenreiter, hat die Supermacht vor allem aufgrund ihrer Zurückhaltung in den internationalen Konflikten an Renommee verloren. 

  • Platz 1

    Vom zweiten auf den ersten Rang verbessert hat sich Deutschland. Die Bundesrepublik überzeugte international mit seinen sportlichen Erfolgen, der stabilen Politik und der breit aufgestellten Wirtschaft.

Der bisherige Spitzenreiter, die Vereinigten Staaten von Amerika, büßten an Renommee ein. Während sie in Bereichen wie beispielsweise Kreativität, zeitgenössische Kultur und Bildungsinstitutionen nach wie vor als Nummer eins gesehen werden, liegen sie bei dem Thema „Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit“ nur auf Platz 19 von insgesamt 50 Nationen.

Ukraine-Krise schädigt Russlands Image

„In einem Jahr mit vielen internationalen Konfrontationen haben die Vereinigten Staaten vor allem in den Regionen deutlich an Boden verloren, in denen die Spannungen besonders stark waren“, erklärt GfK-Experte Xiaoyan Zhao.

„Sowohl Russland als auch Ägypten haben die USA so deutlich wie noch nie herabgestuft – vor allem in Bezug auf das amerikanische Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit, sowie ihre Bewertung für die Kompetenz der US-Regierung. Auf globaler Ebene muss aber Russland die stärkste Kritik einstecken.“

Weitere Artikel

In den vergangenen Jahren hatte sich Russlands Image bislang kontinuierlich verbessert. In der diesjährigen NBISM-Studie jedoch hat es die meisten Ränge aller 50 bewerteten Nationen verloren. Am stärksten ist der Wert in der Kategorie „Regierung“ gesunken; hier vor allem bei dem Merkmal für seine wahrgenommene Rolle für internationalen Frieden und Sicherheit.

Insgesamt ist Russland in der diesjährigen Studie um drei Plätze auf Rang 25 gefallen. Argentinien, China und Singapur konnten Russland überholen.

„Internationale Diplomatie spiegelt sich nicht nur in der öffentlichen Meinung wider“, sagt Xiaoyan Zhao. „Politiker müssen sich bewusst sein, dass die Art und Weise, in der ihr Land weltweit wahrgenommen wird, einen deutlichen Einfluss auf seine Wirtschaft, seinen Handel und den Tourismus hat. Ebenso wie auf seine diplomatischen und kulturellen Beziehungen zu anderen Nationen.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%