ThemaPolitische Debatte

alles zum Thema
_

Länderfinanzausgleich: Nur noch drei Bundesländer zahlen ein

von Axel Schrinner Quelle: Handelsblatt Online

Hamburg ist in die Riege der Leistungsempfänger des Länderfinanzausgleichs abgerutscht. Damit zahlen nur noch drei Bundesländer in den gemeinsamen Topf ein. Die Einkommensunterscheide wachsen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bekommt nun Mittel aus dem Länderfinanzausgleich. Quelle: dpa
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bekommt nun Mittel aus dem Länderfinanzausgleich. Quelle: dpa

Die Kluft zwischen armen und reichen Bundesländern wird immer größer. Dies zeigt die vorläufige Abrechnung des Länderfinanzausgleichs für 2012, wie das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) berichtet. Erstmals in der Geschichte des gesamtdeutschen Ausgleichssystems gibt es nur noch drei Zahler-Länder – und 13 arme Nehmer-Länder. Nachdem NRW sich bereits 2010 aus dem Kreis der Nettozahler verabschiedet hatte, ist nun auch das einst reiche Hamburg erstmals im geeinten Deutschland Nehmerland geworden.

Anzeige

Am wenigsten Geld zum Ausgeben haben die 2.313.280 Einwohner Sachsen-Anhalts (auf dem Bild ist Magdeburgs Altstadt zu sehen). Der Kaufkraft-Index liegt bei 82,3 Prozent – oder bei 16.970 Euro. Der deutschlandweite Durchschnitt pro Einwohner liegt bei 20.621 Euro. Damit landet das Bundesland auf Platz 16.

Die Angaben beruhen auf einer Untersuchung der GfK GeoMarketing GmbH.

Bild: dpa

Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zahlten insgesamt im abgelaufenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen 7,9 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich ein. Das Ausgleichsvolumen stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 600 Millionen Euro an.

Mit Abstand größter Nutznießer des derzeitigen Länderfinanzausgleichs ist Berlin. Mit 3,3 Milliarden Euro fließen gut 40 Prozent des insgesamt umverteilten Geldes in die Hauptstadt. Größter Zahler ist Bayern, das 3,9 Milliarden Euro in den Finanzausgleich einzahlte. Der Freistaat hatte bereits angekündigt, in Kürze Verfassungsbeschwerde gegen den Länderfinanzausgleich einlegen zu wollen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.01.2013, 10:29 Uhrrolf

    Der Länderfinanzausgleich ist ein Unsinn. Den entsprechenden Artikel im Grundgesetz sollte man streichen.
    Wenn ein Bundesland nicht in der Lage ist, seinen Einwohnern akzeptable Lebensbedingungen zu bieten, dann muss es sich eben mit einem anderen zusammenschliessen.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Flattern auf der Stelle
Flattern auf der Stelle

Die SPD feiert pompös 150 Jahre Vergangenheit – und hat keine Zukunft, weil sie sich erst vergessen und dann selbst...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.