Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...
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10 Kommentarein Frankreich erhaelt der Arbeitnehmer in der Regel seinen ihm zustehenden Anteil an der Erwirtschaftung des brutto-inlandsproduktes. in Deutschland nicht.
Gruss aus Frankreich
Eine "deutsch-französische Freundschaft" gibt es nicht. in der Politik kann man ohnhin nicht von Freundschaft sprechen, sondern nur von interessen. Die beiden Länder verbindet glücklicherweise ein intensiver Wirtschaftsaustausch, das ist alles. Es kommt nicht alle Tage vor, dass Politiker eine geniale idee haben, aber die damalige Montan-Union war eine. Frankreich muss dennoch seinen eigenen Weg finden, um aus der Krise herauszukommen. Es kann sich nicht mit Deutschland vergleichen, dazu sind die Unterschiede zu Deutschland zu gross, trotz Nachbarschaft. Ausserdem sollte Deutschland bedenken, dass viele informierte Franzosen der Ansicht sind, dass die radikalen Arbeitsmarktreformen in Deutschland - insbesondere Leiharbeit und Aufweichung der Tariflöhne - den Wettbewerbsvorteil gegenüber Frankreich als Konkurrent erhöht haben. Zu Lasten des Arbeitsmarktes in Frankreich.
@Linus: Der Ansicht, dass Deutschland durch seine Reallohnsenkungen die Wettbewerbsfähigkeit anderer EU-Länder bedroht, sind eine Menge Partner in der EU.
Dies ist allerdings insofern verwunderlich, als dass allen Euro-Mitgliedern von beginn an klar gewesen sein muss, dass in einer Gemeinschaftswährung eben keine Abwertungen, sondern nur noch Reallohnabsenkungen möglich sind, wenn die Produktivität nicht entsprechend steigt. Unsere Nachbarn schimpfen lieber auf Deutschland, als in ihren eigenen Ländern endlich gleiche Reformen durchzudrücken...
@RDA
Das ist ja auch ein Grund, weshalb insbesondere viele Mittleständler in den übrigen Euro-Ländern gegen die Gemeinschaftswährung sind. italien beispielsweise konnte infolge seiner Währung vorher signifikante Wettbewerbsvorteile nutzen. Daher taucht immer öfter die Frage auf, wem der Euro eigentlich nutzt. Die Frage wird auch bei uns in Frankreich immer häufiger gestellt.
Wer glaubt es gäbe eine deutsch-französische Freundschaft, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet. Die (gelebte) Realität, sieht allem Schein zum Trotz anders aus. Die französische Elite definiert sich beispielsweise u.a. über eine deutliche Deutschenfeindlichkeit!
ich bezeichne mich gern als "Allemane" unter Franzosen, weil ich aus dem Elsaß stamme.
ich lebe seit 10 Jahren in Süddeutschland und ich muss sagen, dass ich es nie bereut habe.
in der Tat kann man zwischen Franzosen und Deutschen nicht von "tiefgreifender" Freundschaft sprechen.
Die meisten Franzosen halten nicht all zu viel von den Deutschen und schauen lieber nach Spannien.
Für mich steht die EU nur aus wirtschaftlichen interessen und es geht nicht um die bürger der jeweiligen Ländern, sondern viel mehr um Marktanteile und Konkurrenzkampf beider Wirtschaften.
Natürlich ist Frankreich wirtschaftlich Deutschland unterlegen (in vielen bereichen), aber die Franzosen leben nicht zwingend schlechter als die Deutschen. Liebe Grüsse aus Straßburg
Die französischen und deutschen Autohersteller bedienen gänzlich unterschiedliche Marktsegmente - keinerlei Vergleichbarkeit.
Und auch sonst: die Franzosen haben überaus verkrustete Hirarchien in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft; die sie aber auch zu starker an nationalen interessen ausgerichteter industriepolitik zu nutzen wissen. Während die Deutschen gerne die aufgeklärten Altruisten und "Kosmopoliten" geben - womit sie halt recht einsam in der Welt sind und darum trotz höherer Leistung und Effizienz am Ende auch nicht besser dastehen. Einen deutschen Manager auf sowas wie eine "patriotische Pflicht" bei seiner Ansiedlungspolitik anzusprechen bringt ihn höchstens zum Lachen, wenn er es überhaupt versteht. Für französische Manager ist dies ein Kernaspekt aller ihrer Überlegungen und in der Gewichtung mindestens so wichtig wie "Profit".
...diese kulturellen und strukturellen Differenzen verbieten jegliche "Vergleiche". in einer korporativen EU könnte man sich ergänzen, aber wir leben in einer EU der Partikularinteressen und Regionalfürsten - auch hier führt der relativ starke deutsche Altruismus dann zu Selbstausbeutung, die anderen EU Länder sind da wesentlich renitenter in der Durchsetzung ihrer interessen. Wozu natürlich auch das Fehlen jeglichen Selbstvertrauens der Deutschen in ihren Standort stark beiträgt. Ganz egal wie man in irgendwelchen "Rankings" dasteht, ein Portugiese oder ire würde nie auf die idee kommen seine Heimat herabzuwürdigen bloß weil irgendwelche Statistiken sie nicht zur "Weltspitze" in was-auch-immer zählen mögen. Dies gibt diesen Staaten stetige Kraft zur Selbsterneuerung. Die Deutschen hauen am liebsten ab (seien es "betriebsverlagerungen" oder "Auswanderung") und betätigen sich am liebsten in eben jenen Ländern als "Trittbrettfahrer" anstatt die eigene Heimat stärker aufzubauen.
Schon traurig, aber ein anderes Thema.
Zitronenfalter:
"..französische Elite...Deutschenfeindlichkeit". Das betrifft nicht alle und insofern möchte ich das Vorurteil relativieren. Es gibt Familien, die eine eher pessimistisch gestimmte Skepsis gegenüber Deutschland von Generation zu Generation weitergeben, aber viele Eliten verlangen von ihren Kindern, deutsch als (erste) Fremdsprache zu lernen. Meine Familie hat das auch mit mir so gemacht und ich glaube, das Resultat kann sich sehen lassen. Darüber hinaus: beide Länder sind und bleiben Konkurrenten, das sollte man nie vergessen. Frankreich hat Deutschlands Existenz seit seiner Gründung 1871 nie wirklich akzeptiert, es hatte ja schon mit England als Konkurrenten genug zu tun. Und Deutschland wollte als junge Macht seinen Platz an der Sonne. Hoffen wir, dass weiterhin ein enger Wirtschaftsaustausch stattfindet, so dass offene Feindseligkeiten nie wieder Realität werden.
Die überwiegende Deutschenfeindlichkeit der französischen Elite ist inzwischen legendär.
Es täte den Politikerinnen und Politikern vermutlich sehr gut, wenn sie dem Rat des Philosophen Sloterdijk folgten:"interessiert euch nicht zu sehr füreinander."
Frankreich ist ein starkes und interessantes Land, Deutschland ist ein starkes und interessantes Land. Was soll der öffentlich demonstrierte Freundschaftskitsch? Das Ganze wirkt doch pubertär und ist beider Länder nicht würdig. Wir sind und bleiben Konkurrenten, die, soweit dies eben möglich ist, fair miteinander umgehen sollten. Dem Volk sollte kein Zuckerguss übergestülpt werden, vor allem nicht von den sogenannten intellektuellen, die sich mit dem vermeintlich höherwertigen Frankreich gerne schmücken. im übrigen: Hat jemand bei diesem Freundschaftsgetue schon einmal laut in der EU Separatismus gerufen? Die Kleinen werden sich wehren. (siehe jetzt EZb Weber)
Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...
Kommentare zu: Deutschland und Frankreich: Ein ungleiches Paar
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