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Landesvorsitz NRW-CDU: Duell Laschet/Röttgen: Basis vermisst konservatives Profil

von Andrea Auler

Gestern startete in Münster die Mitgliederbefragung der NRW-CDU, wer künftig die Partei führen soll. Zwei Kandidaten stehen zur Wahl und das stellt die CDU-Basis vor einige Probleme. Denn keiner von beiden verkörpert ihr Idealbild eines Parteivorsitzenden.

Bundesumweltminister Norbert Quelle: dpa
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (l) und der ehemalige Intergrationsminister von NRW, Armin Laschet (r) streiten um den CDU-Vorsitz in NRW. Quelle: dpa

In der CDU-Spitze gelten sie als Nachwuchshoffnungen: Der 49-jährige ehemalige Integrationsminister Armin Laschet und der vier Jahre jüngere Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Einer von ihnen soll nach der Wahlschlappe für die Christdemokraten bei der Landtagswahl im Mai die NRW-CDU wieder auf Kurs bringen und ein baldiges Ende der rot-grünen Minderheitsregierung herbeiführen. Wer Jürgen Rüttgers als Parteichef ablösen soll, dürfen jetzt die Mitglieder entscheiden. In insgesamt acht Regionalkonferenzen hat die Basis Gelegenheit, die Kandidaten auf Herz und Nieren zu überprüfen.

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Schon der erste Auftritt im westfälischen Münster zeigt: Weder Laschet noch Röttgen können sich derzeit als Favorit fühlen. Laschet versucht vor allem mit seiner Nähe zu NRW zu punkten. Als Landtagsmitglied stünde er als Spitzenkandidat direkt zur Verfügung, sollte SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit ihrer Minderheitsregierung scheitern. Röttgen dagegen sitzt in Berlin fernab vom politischen Geschehen in Düsseldorf. Daher bekommt Laschet auch die Rückendeckung seiner NRW-Parteifreunde, Generalsekretär Andreas Krautscheid und Fraktionsvorsitzender Karl-Josef Laumann.

CDU kämpft mit Generationenfrage

Den kernigen Laumann sähen allerdings viele Mitglieder lieber an der Parteispitze als die tatsächlichen Kandidaten. Denn Laschet und Röttgen verkörpern beide eine eher moderne CDU, stehen für ein großstädtisches Klientel. Die CDU in NRW ist aber besonders in den ländlichen Regionen stark verwurzelt. Laumann als Ostwestfale kommt da bei der Basis besser an als die Rheinländer Laschet und Röttgen. Dass sowohl Laschet als auch Röttgen die CDU modernisieren wollen, stößt vor allem bei den älteren Mitgliedern auf wenig Gegenliebe.

„Ich vermisse die Werte, wegen denen ich vor 40 Jahren in die CDU eingetreten bin“, sagt etwa einer der überwiegend älteren anwesenden Mitglieder in Münster. So ist beispielsweise das Umschwenken der CDU bei der Novellierung des Paragrafen 218 nicht vergessen und auch Thema bei der Regionalkonferenz. Den Jüngeren gefällt dagegen, dass sich Laschet und Röttgen für eine nachhaltige Politik einsetzen wollen.

In Sachfragen konnte dagegen Laschet am ersten Abend schon punkten. Er versprach, den Industriestandort NRW zu stärken und sich dafür einzusetzen, „dass Energie erschwinglich bleibt“, damit sich die Produktion dort lohne und nicht abwandere. Auch betonte er, er wolle die „Interessen von 18 Millionen Einwohnern des Landes gegenüber der Bundesregierung schützen“. Man müsse dafür sorgen, dass kommunale Interessen in Berlin nicht in Vergessenheit gerieten und sich dafür manchmal auch gegen die Bundespolitik stemmen.

Röttgen will Politik aus einem Guss

Ein klarer Seitenhieb gegen seinen Konkurrenten Röttgen. Dessen Rede war insgesamt eher auf das große Ganze gerichtet. Röttgen warb für mehr „Zukunftsverantwortung“ und - mit Blick auf die SPD - für die Rente mit 67 „statt machttaktischer Kurzfristigkeit“. Es müsse wieder eine „christdemokratische Politik aus einem Guss“ geben, sagte Röttgen.

Sieben weitere Regionalkonferenzen haben Laschet und Röttgen noch vor sich. In Bonn, Paderborn, Iserlohn, Bottrop, Aachen, Düsseldorf und Krefeld wollen sie im September Rheinländer und Westfalen für sich gewinnen, bevor am 31. Oktober eine Mitgliederbefragung über den Landesparteivorsitz entscheidet. Die offizielle Ernennung folgt auf dem Landesparteitag am 6. November.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2010, 17:01 UhrAnonymer Benutzer: Ulrich

    Der Juniorminisiter Röttgen will sich auf den Kanzlersessel drängeln und braucht dafür natürlich Etappensiege wie zb den Landesparteivorsitz. Man kann nur hoffen, dass die CDU Mitglieder in NRW diesem intrigant die rote Karte zeigen.

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