Landtagswahl: Alles auf Angriff

Landtagswahl: Alles auf Angriff

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Bundesumweltminister Norbert Röttgen führt die CDU als Spitzenkandidat in die nordrhein-westfälische Landtagswahl am 13. Mai. Er wurde mit 96,4 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt.

von Konrad Fischer

Norbert Röttgen hat im NRW-Wahlkampf nur einen Trumpf: Den Kampf gegen die Verschuldung. Zumindest seine Partei überzeugt er damit.

Es soll ein Kompliment für eine starke Rede sein, stattdessen wird es zum Offenbarungseid der Verunsicherung einer ganzen Partei. Als Norbert Röttgen seine Bewerbungsrede um das Amt des Spitzenkandidaten der CDU im NRW-Wahlkampf beendet hat, greift sich NRW-Generalsekretär Oliver Wittke das Mikrofon. Er dankt Röttgen dafür, „dass du uns nicht nur gesagt hast, dass wir die Wahl gewinnen werden, sondern auch, warum wir sie gewinnen werden.“

Denn nach solchen Gründen sucht man verzweifelt bei der NRW-CDU zur Zeit. Mag die Partei im Bund auch solide Zustimmungswerte erfahren, mag die rot-grüne Minderheitsregierung im Land erst vor dem eigenen Verfassungsgericht und dann im Parlament scheitern, Kapital schlägt die stärkste Oppositionskraft daraus bislang kaum. Seit den letzten Wahlen 2010 lag die CDU in NRW in keiner Meinungsumfrage mehr vor den Sozialdemokraten, stattdessen ist der Abstand Monat für Monat größer geworden. Zuletzt waren es rund 8 Prozent.
Man merkt Norbert Röttgen, der an diesem Abend mit knapp 97 Prozent zum Spitzenkandidaten bestimmt wird, an, dass ihm das zu schaffen macht. Der politische Gewinnertyp muss in diesem Wahlkampf den Underdog spielen. Während Favoritin Hannelore Kraft (SPD) sich präsidial durchs Land parliert und die CDU dabei kaum eines Halbsatzes würdig, arbeitet Röttgen sich gut die Hälfte seiner Kandidatenrede allein an der SPD ab. Die Regierung, das sei „eine Ansammlung von namenloser Inkompetenz“, das „politische Projekt Rot-Grün“ zu einem „Machtbündnis verkommen“. Die SPD nehme „den Bürger nicht ernst“.

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Eigene Akzente setzt Röttgen neben seinem Leib- und Magenthema Energiewende vor allem beim Thema Verschuldung. Die Politik der Regierung sei „nichts anderes als Zukunftsdiebstahl“, so Röttgen, „denn unter Verschuldung leiden vor allem die kleinen Leute und die kommende Generation.“ Es folgt ein weiterer der unzähligen Seitenhiebe auf den politischen Gegner: „Die Schulden von heute sind nicht die Steuereinnahmen, sondern die Zinslasten von morgen.“ Das sind die Sätze, für die er die größte Zustimmung im Saal erfährt.

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