
Auch das gläserne Mobil ist eine Anschaffung aus dem Bundestagswahlkampf, den die Niedersachsen zur Verfügung gestellt haben. Lukas Lamla sieht man nicht an, dass er nach dem Nachtdienst nur wenige Stunden geschlafen hat. Als Berufsfeuerwehrmann ist Lamla Nachtschichten gewöhnt.
Vom traumhaften Blick auf den Rhein bekommt Lamla wenig mit, denn er blickt konzentriert auf den Bildschirm seines Mac-Books. Er hat ein Programm aufgerufen, das „Liquid Feedback“ heißt. Damit will die Partei die internen Entscheidungsprozesse vereinfachen. Jeder kann dort über bestimmte Themen abstimmen. „Man kann auch seine Stimme an andere Personen delegieren, die sich mit bestimmten Themen besser auskennen“, sagt Lamla.
Der Berliner Landesverband setzt die Software bereits regulär ein, andere testen sie gerade. Die Piratenpartei in Münster lässt zum Beispiel probeweise darüber abstimmen, ob sie eine Wahlempfehlung für die Erststimme aussprechen soll, da sie keine eigenen Direktkandidaten aufgestellt hat.
Parlamentssitze für die Piratenpartei wären eine Riesensensation. Sie hofft zwar weiter auf den Einzug in den Landtag und gibt sich offiziell optimistisch, seit eine ZDF-Umfrage ihr kürzlich drei Prozent der Stimmen prognostizierte. Das wäre schon ein großer Erfolg. „Spätestens die Berliner werden dann die fünf Prozent schaffen“, sagt Lamla.
Piraten haben ein Viertel der Mitgliederzahl der Grünen
Also geht es vor allem darum, sich mittelfristig zu etablieren, inhaltlich breiter aufzustellen und intern effektiver zu organisieren. Denn die Piratenpartei muss erst einmal lernen, mit dem eigenen Erfolg umzugehen. Vor der Europawahl 2009 hatte sie 800 Mitglieder, seither ist die Zahl auf 13000 emporgeschossen. Das ist fast ein Viertel der Mitgliederzahl der Grünen.
Der Zustrom neuer Kräfte verursacht auch organisatorische Probleme. So gibt es erst seit drei Monaten Mitgliedsausweise. Auf der grau-orangenen Plastikkarte von Lukas Lamla steht die Mitgliedsnummer 1361. Dabei ist Lamla eigentlich ein Partei-Urgestein und hatte mal eine dreistellige Mitgliedsnummer, "achthundertnochwas", erinnert er sich. Doch bei der Erstellung der Ausweise ist technisch einiges Durcheinander geraten. Auch das Eintrittsdatum fehlt. „Ein Datenbankfehler“, sagt Lamla. Davor ist auch die vermeintliche Nerd-Partei nicht gefeit.
Trotz solcher Pannen hat die Piratenpartei in kurzer Zeit für viel Furore gesorgt, auch ihre Kernthemen werden mittlerweile von den etablierten Parteien stärker beachtet. So wie sich inzwischen alle Klimaschutz auf die Fahnen schreiben, könnte den Piratenparteien daher schnell das Alleinstellungsmerkmal abhanden kommen. Doch diese Gefahr weisen die Piraten von sich. „Wir wollen zum Beispiel mehr Transparenz“, sagt die Landesvorsitzende Rydlewski. „Wenn man das in allen Politikbereichen durchdekliniert, sind wir garantiert noch für die nächsten zehn Jahre beschäftigt.“














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Alle Kommentare lesen09.05.2010, 02:57 UhrAnonymer Benutzer: ELIASS
Mit den Piraten sollte endlich mehr Kompetenz hinsichtlich der neuen Kommunikationsmedien internet und
Mobil-Com in das Parlament einziehen. Wir brauchen keine weiteren Eier-legenden-Wollmilch-Sau-Parteien, sondern politische Arbeitsteilung.
Die Piraten könnten viel für ein freies, demokratisches "internet-bürgertum" tun, das nicht durch bKA-Gesetze und all den widerlichen bestrebungen furchtbarer alter Männer verseucht ist, die eine umfassende Kontrolle des informationsaustausches zwischen bürgern und deren Lebensgewohnheiten anstreben. Aber gegen Arbeitslosigkeit und Finanzterroristen können die Piraten auch nichts tun. Deshalb sollten sie sich auf ein Kerngebiet beschränken. Die Zukunft gehört den kleinen Parteien, die sich zu Kompetenz-Zirkeln des Parlaments entwickeln. Die SPD, ebenso wie die CDU und FDP wiederholen seit nunmehr 18 Jahren die immer gleiche Formel: "Die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen sei vorrangiges Ziel" Während dessen ist die Arbeitslosigkeit von 1,5 auf bis zu 5,0 Millonen Arbeitslose gestiegen. Wir brauchen nicht noch eine Partei, die dieses Mantra betet.
09.05.2010, 00:36 UhrAnonymer Benutzer: danebod
@Rechts keine Alternative??
Sie schreiben "Rechts wählen bedeutet in erster Linie die Vorteile des eigenen Volkes in forderste Front zu bringen."
Zunächst mal geht's hier um die Piraten und nicht um imbezile Hauptschulabbrecher.
Und mit ihrer "fordersten Front" wird Deutschland wohl endlich wieder dudenfrei. Deutsche, wehrt Euch, kauft nicht den Duden!
Es reicht bei Leuten wie ihnen halt, Deutscher zu sein, deutsch zu können braucht man nicht.
Klene Anregung noch für Sie: Die Piraten sind eine internationale bewegung...
08.05.2010, 19:44 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer
Aber bitte nur mit büchern.
Ohne iphone app zum Rechnen oder Literaturangaben aus Wikipedia.