Landwirtschaft: Umweltministerin fordert Umdenken

Landwirtschaft: Umweltministerin fordert Umdenken

, aktualisiert 02. März 2017, 14:35 Uhr
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Bundesumweltministerin Hendricks möchte die flächenbezogenen Agrarsubventionen abbauen und die frei werdenden Mittel den Landwirten für Naturschutz zur Verfügung stellen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bauern sollten stärker unterstützt werden und mehr EU-Fördermittel, wenn sie etwas für den Naturschutz tun, meint Umweltministerin Hendricks. Insbesondere der Anbau von Energiepflanzen trage zum Artenverlust bei.

Berlin/MünchenBundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert deutlich mehr Artenschutz in der Landwirtschaft. Trotz vieler Bemühungen im Naturschutz gebe es weiter große Artenverluste etwa bei Schmetterlingen und Vögeln.

„Das ist vor allem auf die Art und Weise zurückzuführen, wie wir Landwirtschaft betreiben. Wir brauchen also in diesem Bereich ein radikales Umdenken, damit wir endlich Erfolg beim Artenschutz haben“, sagte Hendricks in einem Interview des Magazins „Mehrwert“ (München), das von ihrem Mininsterium gefördert wurde.

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Landwirte sollten daher für Leistungen im Naturschutz deutlich mehr EU-Fördermittel erhalten. „Jährlich bekommen die europäischen Landwirte knapp 60 Milliarden Euro“, sagte Hendricks. Die Umweltanforderungen seien dabei aber nicht sehr anspruchsvoll. „Mein Ziel ist es, dass ab 2021 - also in der nächsten EU-Förderperiode - die flächenbezogenen Agrarsubventionen schrittweise abgebaut werden und die frei werdenden Mittel den Landwirten für Naturschutzmaßnahmen und andere öffentliche Leistungen zugute kommen.“

Die Produktion von Energiepflanzen müsse zurückgedrängt werden. „Das war in Teilen ein Irrweg in der Energiewende“, räumte Hendricks ein. Der Anbau trage ebenfalls zum Artenverlust bei. „Da steuern wir jetzt um. Neue Anlagen werden nur noch gefördert, wenn sie Reststoffe nutzen. Wir Entscheidungsträger haben damals einen Fehler gemacht.“ Energiepflanzen wachsen auf 17,5 Prozent der deutschen Ackerfläche.

Hendricks verwies auch auf die materiellen Schäden durch Artenverlust und den Wert etwa von Bienen für die Bestäubung von 71 der 100 wichtigsten Nahrungspflanzen. „Die Biene ist also ein echter Wirtschaftsfaktor, den Forscher allein für Deutschland mit rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr bemessen“, sagte Hendricks.

Von hohem Wert seien aber etwa intakte Böden, die Nahrung lieferten, oder die Artenvielfalt als Basis für neue Medikamente. „Es geht bei dieser Betrachtung nicht darum, der Natur ein Preisschild umzuhängen. Wir müssen uns aber bewusst machen, dass wir Menschen ohne diese Ökosystemdienstleistungen gar nicht überleben könnten.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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