Landwirtschaftsminister Schmidt: Falscher Mann wegen fränkischer Räson

KommentarLandwirtschaftsminister Schmidt: Falscher Mann wegen fränkischer Räson

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Die CSU hat Christian Schmidt als neuen Bundeslandwirtschaftsminister präsentiert.

von Christian Ramthun

Die CSU ersetzt Hans-Peter Friedrich durch Christian Schmidt. Doch der wäre besser Entwicklungshilfeminister geworden – und ein anderer Agrarminister.

Auf Wikipedia ging es ganz fix. Schon am Montagmorgen stand dort über Christian Schmidt (CSU): „Im Februar 2014 wurde er zum Nachfolger des zurückgetretenen Hans-Peter Friedrich als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt.“ Wer dort weiterließt, findet viel über Außenpolitik, Sicherheit und Gebirgsjäger, aber nichts, absolut nichts zu Landwirtschaft oder Ernährung. Der Mann ist für die Agrarpolitik ein unbeschriebenes Blatt – und wohl auch umgekehrt.

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Seine alleinige Qualifikation ist sein fränkische Herkunft. So wie Friedrich von dort ist. Und wegen der CSU-internen Räson muss auf einen Franken ein Franke folgen, weil sonst der Regionalproporz gebrochen wird. Dabei hätte die CSU ja auch eine andere Lösung finden können. Man hätte Schmidt zum Entwicklungshilfeminister bestimmen können, da es dort bekanntermaßen viel um Außenpolitik und auch um Sicherheitspolitik geht. Das hätte überdies den Vorteil gehabt, dass der aktuelle Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (auch CSU, aber aus dem bayerischen Schwaben) als Agrarexperte ins Landwirtschaftsministerium hätte wechseln können. Dort kennt sich Müller bestens aus, er war dort acht Jahre lang Staatssekretär.

Warum hat CSU-Chef Horst Seehofer das nicht getan? Man darf mutmaßen. Am wahrscheinlichsten ist die These, dass er  die nach Friedrichs Fall notwendige Kabinettsumbildung so klein wie möglich halten wollte (auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dürfte dies bevorzugt haben). Denn man hätte sonst auch die Frage stellen können, warum Gerd Müller als ausgewiesener Agrarexperte nicht gleich Agrarminister geworden sei.

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So aber wiederholt sich Geschichte. In der vorigen Legislaturperiode wurde ein Arzt Bundeswirtschaftsminister, ein Wirtschaftsfachmann dagegen Bundesgesundheitsminister. Der eine hieß Philipp Rösler, der andere Daniel Bahr. Gut ausgegangen ist das weder für den einen oder den anderen noch für die FDP. Nun lässt sich dagegen halten, dass das Agrar- und das Entwicklungshilferessort nicht ganz so wichtig sind und fehlendes Fachwissen hier nicht ganz so schädlich ist. Aber wundern darf sich der Beobachter schon.

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