Leiharbeit: Brisante Details vor Tarifverhandlungen

Leiharbeit: Brisante Details vor Tarifverhandlungen

Die Gewerkschaften wollen eine Angleichung der Löhne an den Gehältern der Stammarbeiter durchsetzen. Doch die Ergebnisse einer Bundestagsanfrage werfen Fragen auf.

Sie verdienen im Durchschnitt ein Viertel weniger als die Stammbelegschaft und können von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oft nur träumen: Leiharbeiter können von ihrer Bezahlung keine großen Sprünge machen.

Die IG Metall möchte das in Teilen ändern. Die Gehälter sollen angepasst und die Zahl der Zeitarbeiter gesenkt werden. So sollen nach den Vorstellungen der größten Einzelgewerkschaft der Welt in der Metall- und Elektroindustrie Betriebsräte mitbestimmen können, ob und wenn ja wie viele Leihkräfte eingestellt werden können. So sollen Stammarbeitsplätze geschützt – und die Zahl der Leiharbeiter indirekt gedrückt werden. Innerhalb von knapp 15 Jahren stieg die Zahl der Zeitarbeiter von 250.000 auf 820.000 Leihkräfte.

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Jeder zwölfte Leiharbeiter

IG Metall Berthold Huber Quelle: dpa

Der Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber über die Forderungen in kommenden Tarifrunden: Die Gehälter sollen angepasst und die Zahl der Zeitarbeiter gesenkt werden

Bild: dpa

Ab dem 22. Februar verhandelt die größte Einzelgewerkschaft der Welt zudem etwa mit den Arbeitgebern der Zeitarbeit über Branchenzuschläge für Leiharbeiter. So könnte die Entlohnung näher an das Niveau der Festangestellten heranrücken.

Das – so denkt man – müsse auch im Interesse des Staates sein. Schließlich bezog 2011 jeder zwölfte Leiharbeiter zusätzlich Arbeitslosengeld II. 420 Millionen Euro kostet das dem Bund. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor.

Verharren in der Arbeitslosigkeit

Allerdings: Die Zahl der Aufstocker ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Noch vor wenigen Jahren bekam jeder achte Leiharbeiter zusätzliche Unterstützung vom Arbeitsamt. Zusätzlich wies das Ministerium darauf hin, dass das Geld für die Aufstocker gut angelegt sei. „Möglicherweise wären ohne die Beschäftigung die Belastungen höher“, so das Ministerium.

Sprich: Wäre die Alternative der Leiharbeiter das Verharren in die Arbeitslosigkeit, müsste der Staat deutlich mehr draufzahlen.

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So weist die Regierung auf einen zweiten positiven Aspekt hin: Der Anteil der Vollzeitjobs sei in der Leiharbeitsbranche höher als in der Wirtschaft im Allgemeinen. Jeder fünfte Job wurde 2011 als Teilzeitjob verrichtet. In der Zeitarbeit lag der Anteil der Teilzeitjobs nur bei neun Prozent.

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