Leihstimmen an die FDP: McAllister-Anhänger haben sich verzockt

ThemaWahlen 2017

KommentarLeihstimmen an die FDP: McAllister-Anhänger haben sich verzockt

von Tim Rahmann

Die Mehrheit der Niedersachsen will, dass der CDU-Ministerpräsident im Amt bleibt. So hieß es vor dem Wahlergebnis. Doch die Leihstimmen der Konservativen an die FDP schwächen McAllister - und er verliert sein Amt.

Man müsste meinen, die Frage wäre nicht ernst gemeint: „Welches ist ihre Lieblingspartei?“, fragten die Meinungsforscher FDP-Wähler am Wahltag. Doch die Frage hat ihre Berechtigung, wie sich zeigen sollte. Denn die Lieblingspartei der niedersächsischen FDP-Wähler ist nicht etwa die Rösler-Truppe, sondern die CDU. Sage und schreibe 80 Prozent der Liberalen-Wähler finden die Konservativen eigentlich besser.

Die Mehrheit der Niedersachsen – das zeigten die Umfragen vorab und bestätigt auch das Wahlergebnis – wollten, dass CDU-Ministerpräsident David McAllister im Amt bleibt. Jeder zweite Bürger hätte bei einer Direktwahl für den gebürtigen Schotten gestimmt, nur gut 30 Prozent favorisierten den SPD-Kandidaten Stephan Weil. Da die Umfragen früh zeigten, dass eine absolute Mehrheit für die CDU außer Reichweite liegen würde, votierten viele der konservativen Stammwähler für den Juniorpartner, die FDP, – um McAllister seine Machtoption zu erhalten.

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Doch die Wähler haben sich verzockt. Dass die CDU derart gerupft wurde (minus 5,7 Prozent), kann kein konservativer Wähler wollen. Schwarz-Gelb musste um die Macht zittern - und verlor am Ende. McAllister wird nicht im Amt bleiben.

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huGO-BildID: 29513974 Der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil bejubelt seinen Wahlsieg am 20.01.2013 auf der Wahlparty der SPD in Hannover am Abend der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Vor dem amtlichen Endergebnis wurde noch diskutiert: Selbst wenn der in Niedersachsen beliebte Schotte – der innerhalb eines Jahres den Rückstand auf die SPD aufholte und in einen stabilen Vorsprung verwandelte – eine Regierung bilden kann, wird der Vorsprung im Parlament minimal sein. Ein Abtrünniger aus dem Regierungslager könnte reichen, um McAllister zu stürzen. Der CDU-Ministerpräsident hätte in den kommenden Jahren auf einen schmalen Pfad wandern und mehr Kompromisse eingehen müssen, als ihm und den CDU-Wählern und  McAllister-Anhängern lieb sein kann.

Diese Sorgen muss er sich jetzt nicht mehr machen. McAllister ist abgewählt. Dafür muss sich nun Rot-Grün mit diesem Problem beschäftigen: Die Koalition hat nämlich nun nur eine Stimme mehr als Schwarz-Gelb.

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