Liberalismus: Entlasst die Familien in die Freiheit!

KommentarLiberalismus: Entlasst die Familien in die Freiheit!

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Birgit Kelle ist freie Journalistin, Kolumnistin beim "European" und Vorsitzende des Vereins "Frau 2000plus". Jüngst ist ihr Buch erschienen: "Mach doch die Bluse zu. Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn", Adeo-Verlag, 2013.

Die deutsche Politik braucht einen neuen Familienliberalismus. Widerstand ist angesagt gegen den Nanny-Staat, der Familien nicht zutraut, sich selbst zu organisieren. Ein Plädoyer für mehr Freiheit.

In Zeiten neuer Regierungsbildung schwebt ja immer ein bisschen Hoffnung auf Veränderung im Raum. Neues Spiel, neues Glück, neue Minister – aber auch neue Standpunkte, Visionen? Zumindest was die Gesellschaftspolitik in Deutschland betrifft, gibt es keinen Grund zur Hoffnung auf bahnbrechende Veränderungen. Wer sollte sie auch durchsetzen?

Wer bei der vergangenen Bundestagswahl seine Wahlentscheidung anhand der unterschiedlichen Positionen in der Familienpolitik ausmachen wollte, hatte die Wahl zwischen Not und Elend. Lassen wir einmal die CSU außen vor, die einzige Partei des deutschen Bundestages, die sich noch Gedanken über die traditionell lebende Mehrheit der deutschen Familien Gedanken macht, denn sie ist nur in einem Bundesland zu wählen. Alle familienpolitischen Ideen der restlichen Parteien im deutschen Bundestag drohen derzeit in einem sozialistisch geprägten Kollektiv zu versinken. Sollte das gern zitierte Attribut der Kanzlerin, „alternativlos“, jemals wirklich zutreffend gewesen sein, dann in der parteiübergreifenden Ausrichtung unserer Familienpolitik. Keine Alternative, nirgends.

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Kritik an Familienpolitik Denn sie wissen, was sie tun

Deutsche Familienpolitik ist teuer, aber so recht weiß niemand, welches Ziel sie verfolgt. Führende Wirtschaftsinstitute fordern deshalb einen Kurswechsel in der Familienpolitik.

Effizient oder den Bedürfnissen von Kindern wie Eltern angemessen ist die deutsche Familienpolitik sicherlich nicht. Quelle: dpa

Passenderweise bescheinigen die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Evaluation der familienpolitischen Instrumente der Regierung ein Totalversagen in Sachen Familienpolitik – allerdings aus völlig falscher Motivation. Dass das Finanzministerium gemeinsam mit dem Familienministerium eine Bewertung der Familienpolitik in Auftrag gibt, spricht allein schon für sich: Seit wann soll Familienpolitik sich denn für die Wirtschaft rechnen? Ist das wirklich das Ziel unserer Familienpolitik? Sollten diese Instrumente sich nicht eigentlich für die Familien rechnen? Ein absurder, aber anscheinend weit verbreiteter Gedanke, dass der Staat nur Geld ausgibt, wenn er einen Nutzen daraus ziehen kann. Aber durchaus erhellend. Damit wird die Familie ökonomischen Prozessen untergeordnet.

Liberalismus Die Idee der Freiheit

Keine politische Philosophie ist so kalt und inhaltsleer wie der Liberalismus – und keine zugleich so anspruchsvoll. Wahrscheinlich deshalb steckt die Idee der Freiheit ständig in der Krise.

Große Liberale: Ludwig von Mises, Ralf Dahrendorf, John Stuart Mill Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F031122-0017 - Engelbert Reineke - CC-BY-SA

Erhöhung des Frauenerwerbsanteils, Frauenquoten, flächendeckender Krippenausbau, Ganztagsschulen – all diese Instrumente dienen dem Markt, dem Kapital. Familie wird zum Störfaktor, Kinder werden zur Manövriermasse auf dem Verschiebebahnhof Krippe, Mutterschaft zu einem notwendigen Übel, deren Aufwand auf ein Minimum des Gebäraktes reduziert wird. Frauen als Brutkästen. Fehlt nur noch, dass die Kreissäle in die Kitas verlegt werden. Nicht nur der Mann, auch die Frau und das Kind sollen sich einfügen in die Bedürfnisse des Staates, des Marktes, der Wirtschaft. Das ist Kapitalismus pur. Und im gleichen Atemzug greift der Staat ohne merkliche Gegenwehr der Familien in Deutschland immer weiter in die privatesten Räume des Individuums ein. Das Private ist längst politisch.

Zielvorgaben dieser Evaluation war ja nicht: Machen diese Instrumente die Familien glücklich, zufrieden, lassen sie Zeit und Raum für Familie, sondern die Frage, kommen durch diese Politik mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt, kommt mehr Geld in die Sozialkassen bei gleichzeitigem Anstieg der Geburtenrate. Und selbstredend: Wie sieht es aus mit der Frauenfrage? Entsprechend die Empfehlungen der Experten, die jedes Geld verteufeln, das bar an Familien fließt und jedes Instrument in den Himmel loben, das in Institutionen fließt. Weil nur dadurch gewährleistet wird, dass der Anteil erwerbstätiger Frauen gesteigert wird. Das ist das eigentliche Ziel der Familienpolitik.

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18 Kommentare zu Liberalismus: Entlasst die Familien in die Freiheit!

  • Danke für diesen Artikel! Sie gehören offensichtlich zum letzten gallischen Dorf der intelligenten Menschen in diesem Land. Schade nur, dass solche einsamen Rufe der Vernunft bislang noch im Meer der Zwangsbeglückung und Kollektivierung wirkungslos verhallen.

  • Ich kann mich da nur dem Benutzer Zorro anschließen und ich kann eine hohe Übereinstimmung Ihrer Sichtweise mit meiner feststellen. Leider aber ist es von den schwarzen und roten Sozialisten so gewollt, dass Individualismus vollkommen unerwünscht ist, da ja damit irgendwann auch entsprechend hoher Widerstand gegen diese Art undemokratischer Politik heranwachsen würde. Das genau wollen diese Partei-Damen und Herren aber grundlegend unterbinden. Es zählt ausschließlich nur noch, dass die RESSOURCE Mensch dem Staat in seine Sozialkassen ergiebig Geld einbringt was dann woanders mit der Schubkarre wieder ziellos aus dem Fenster geschmissen wird Wir müssen leider begreifen - der Mensch ist doch nur Nebensache, unsere Politiker dienen anderen Herren, aber niemals dem eigenen Volke. Schlecht nur für sie, dass dieses Spielchen bald ein Ende haben wird.

  • Nicht nur in der DDR war ja geplant, die Familie
    gegen den Staat auszutauschen, sondern auch bei uns,
    da starke Familienbande jedem Staat gefährlich werden
    können, weil dann Blut dicker als Wasser ist.
    Zuletzt möchte man noch den Staat durch die EU ersetzen,
    so brauchts faktisch weder Bürger noch Demokratie, was
    Politikern eine möglischts freie Handhabe auf Macht und
    Resourcen unabhängig vom Bürger gibt.

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