Limburger Bischof in Rom: Immer neue Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst

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Limburger Bischof in Rom: Immer neue Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst

Der Druck auf Limburgs Bischof wächst: Seit wann wusste Tebartz-van Elst von der Kostenexplosion für seine Residenz? Und wie groß ist der Finanzbedarf tatsächlich noch? Das wird der Bischof nun dem Papst erklären müssen.

Nach immer neuen Vorwürfen wegen seiner Amtsführung sucht der heftig umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst jetzt eine Entscheidung in Rom. Der 53-Jährige reiste am Sonntag nach längerem Verwirrspiel in den Vatikan, wo er mit Papst Franziskus über seine Zukunft sprechen will. Mehrere Medien berichteten, er sei mit der Billig-Airline Ryanair geflogen. Kurze Zeit später traf auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Rom ein.
Noch vor Reise von Tebartz-van Elst waren neue Vorwürfe laut geworden. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) sollen jahrelang Baukosten unter der Verantwortung des Bischofs verschleiert worden sein. Zudem drohen dem Bistum weitere Rechnungen wegen Schäden an Straßen und Hausfassaden. Bistumssprecher Martin Wind bestätigte am Sonntag: „Für Bauschäden muss aufgekommen werden.“ Die Höhe der Zusatzkosten sei bislang nicht bekannt, das müssten Sachverständige prüfen.
Nach Medienberichten soll der Bischof zudem seit Jahren von den hohen Kosten für seine Residenz gewusst, aber eine niedrigere Summe verbreitet haben. Nach „FAS“-Informationen sollte auch die Aufsicht des Vatikans und des Vermögensverwaltungsrats umgangen werden. Im Sommer 2011 sei dem Rat ein Kostenvolumen von 17 Millionen Euro vorgelegt worden, zerlegt in zehn einzelne Projekte. Die Posten hätten damit unter der Summe von 5 Millionen Euro gelegen, ab der Bauvorhaben dem Vatikan angezeigt werden müssten.
Bistumssprecher Wind sagte am Sonntag, er könne nicht sagen, seit wann der Bischof von der Kostensteigerung gewusst habe. Er gehe davon aus, dass dies aus einem Prüfbericht hervorgehe. Die Ausgaben für die Residenz und die genaue Verantwortung sollen von einer Kommission der Deutschen Bischofskonferenz überprüft werden. Wann Ergebnisse vorliegen, ist noch nicht bekannt.

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Quelle: dpa

Tebartz-van Elst hatte zunächst am Samstag eine Reise nach Rom „im Laufe der Woche“ ankündigen lassen. Der Bischof lege seine Zukunft im Bistum Limburg in die Hände von Papst Franziskus, hieß es. Bistumssprecher Wind betonte, dies sei kein Angebot zum Rücktritt des Limburger Oberhirten. Am Sonntagmittag hieß es dann, Tebartz-van Elst sei bereits im Vatikan. Nach Zeitungsberichten wollte er beim Papst Zollitsch zuvorkommen - dieser hatte sich vorige Woche von Tebartz-van Elst klar distanziert.
Laut „bild.de“ flog auch der Freiburger Erzbischof am Sonntag zu einem bereits länger vereinbarten Besuch nach Rom. „Die Gespräche beginnen erst morgen. Aber so viel steht fest: Wir haben ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem. Und die Kirche in Deutschland trägt den Schaden“, sagte Zollitsch „bild.de“. Tebartz-van Elst habe er noch nicht getroffen.

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