Lukrativer Werbeeffekt: Millionen für Schleichwerbung bei "Wetten, dass...?"

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Lukrativer Werbeeffekt: Millionen für Schleichwerbung bei "Wetten, dass...?"

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Der Moderator Thomas Gottschalk sitzt in Leipzig in der ZDF-Unterhaltungssendung «Wetten, dass..?» auf dem Sofa (Archivfoto vom 05.11.2011).

Super-Sendeplatz und toller Werbeeffekt: Die Firma Dolce Media von Thomas Gottschalks Bruder Christoph ließ jahrelang Unternehmen bei „Wetten, dass..?“ Schleichwerbung betreiben und kassierte dafür Millionen.

Dem Magazin "Der Spiegel" liegen Informationen vor, dass sich etwa in dem im Dezember 2003 abgeschlossenen Kooperationsverträgen mit Daimler Chrysler Passagen befinden, die die redaktionelle Unabhängigkeit des ZDF untergraben. Laut Rundfunkstaatsvertrag ist das aber verboten. Auch konkrete Regelungen sind in den Verträgen festgelegt: Dort heißt es, wie der Spiegel berichtet, dass die "konkrete Anmoderation" für ein präsentiertes Sondermodell der Mercedes A-Klasse "zwischen den Parteien einvernehmlich festgelegt" wurde. An anderer Stelle stehe, dass "die On-Air-Präsenz der A-Klasse im Schnitt 45 Sekunden pro Sendung" betragen müsse. 1.250.000 Euro,-- zzgl. Mehrwertsteuer" pro Jahr soll die "Wetten, dass?"-Kooperation dem Stuttgarter Automobilkonzern wert gewesen sein. Nach Angaben des "Spiegel" war das aber nicht alles: "Ferner wird DaimlerChrysler Dolce Media für Herrn Gottschalk während der Vertragslaufzeit einen gemeinsam ausgesuchten Mercedes-Benz zur Nutzung in Europa überlassen", wie es nach Angaben des Nachrichtenmagazins in Paragraf 3 heißt. Als Beispiel wird im Vertrag ein CL 600 genannt, der damals laut Listenpreis mindestens 133.516 Euro kostete.

Die Firma Dolce Media wollte sich nicht zu den Details der Verträge äußern, da es "ausdrückliche Verschwiegenheitsklauseln" gebe, schreibt der "Spiegel" weiter. Auch Thomas Gottschalk hat bislang nicht Stellung genommen.

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Für Daimler hingegen sei es ein "aus damaliger Sicht ein ganz normaler Vorgang". In den Verträgen habe explizit gestanden, dass "Dolce Media aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit dem ZDF" gewährleiste, dass der "Rundfunkstaatsvertrag" sowie die "Werbe- und Sponsoringrichtlinien des ZDF" voll eingehalten würden. Das ZDF verteidigt sich und stellt klar, dass Dolce Media nicht berechtigt gewesen sei, für das ZDF solche Zusagen zu machen. Es wird aber auch gesagt, dass keine "unzulässige Einflussnahme" auf die Sendung erfolgt sei.

Zu den Kooperationspartnern gehört auch die Solarenergiefirma "Solarworld", die nach Angaben des Spiegel eine Million Euro zahlte, um Kooperationspartner in der "Wetten, dass ..?"-Staffel 2010/2011 zu werden. Frank Asbeck, Chef von Solarworld, zeigt sich zufrieden mit dem Gegenwert. Es sei ein Super-Sendeplatz mit einem tollen Werbeeffekt.

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Der Autokonzern Audi hingegen, der seit 2007 Kooperationspartner ist, möchte hingegen seinen Vertrag mit Dolce Media nicht offenlegen. Allerdings monierte, nach Angaben des Spiegel, die österreichische Medienaufsicht schon 2008, dass Gottschalk einen Fahrzeug diesen Typs hemmungslos bejubelt hätte, so dass es keine Schleichwerbung mehr sei, sondern schon gesetzeswidrige Werbung - zumindest in Österreich.

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