Mai-Demonstrationen: Tausende Demonstranten in Berlin und Hamburg

Mai-Demonstrationen: Tausende Demonstranten in Berlin und Hamburg

, aktualisiert 02. Mai 2017, 06:48 Uhr
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Rund 8000 Demonstranten liefen in dem Zug mit.

Quelle:Handelsblatt Online

Es ist zum Ritual geworden am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg. Vermummte suchen die Auseinandersetzung mit der Polizei. Die versucht, Ruhe zu bewahren. Auch in Hamburg marschieren Linksextremisten.

BerlinBei Demonstrationen linker und rechter Extremisten in Berlin und anderen Städten zum 1. Mai ist es teilweise wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Das Ausmaß der Gewalt früherer Jahre blieb jedoch aus.

Bei der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ linker und linksextremer Gruppen in Berlin-Kreuzberg warfen Vermummte Flaschen, Böller wurden in die Menge geworfen sowie Nebeltöpfe und bengalische Feuer gezündet. Beamte wurden mit Fahnenstangen attackiert und beleidigt. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein. Etwa 40 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

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Die Demonstration war erstmals nicht angemeldet worden. Nach Angaben von Polizeipräsident Klaus Kandt liefen rund 8000 Demonstranten in dem Zug mit, der nach etwa zwei Stunden endete. Etwa 300 Demonstranten wurden als gewaltbereit eingestuft, rund 800 als deren Unterstützer.

Die Polizei war mit bis zu 5400 Kräften im Einsatz. Die Mai-Krawalle in Kreuzberg hatten erstmals vor 30 Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Sie nahmen in den Vorjahren aber deutlich ab.

Der Protestzug, der auch über Teile des Straßenfestes Myfestes führte, war ohne Polizei gestartet. Als es dann immer aggressiver wurde, begleiteten Beamte die Demonstranten. Immer wieder griffen sie Störer aus der Menge. Einige Demonstranten seien festgenommen worden.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) verurteilte einen Angriff auf den SPD-Abgeordneten Tom Schreiber als unerträglich. Der Innenpolitiker blieb unverletzt.

Das traditionelle Myfest in Kreuzberg feierten laut Geisel rund 200.000 Menschen. Es herrschten dichtes Gedränge und gute Stimmung. Wegen möglicher Terrorgefahr waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Am Tag der Arbeit haben auch Tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Unter dem Motto „Wir sind viele, wir sind eins!“ folgten sie dem traditionellen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). In mehreren Demonstrationszügen ging es zum Brandenburger Tor. Nach DGB-Angaben nahmen insgesamt etwa 14.000 Menschen teil.


Proteste gegen Rechtsextreme in Halle

In Halle in Sachsen-Anhalt stellten sich mehrere Tausend Menschen einem Aufmarsch von Rechtsextremisten entgegen. Initiator war die überparteiliche Initiative „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“. Laut Polizei waren etwa 500 Rechtsextreme angereist. Die Partei „Die Rechte“ hatte bundesweit für die Aktion mobil gemacht. Statt des Aufzugs gab es nur eine kurze Kundgebung unter massivem Polizeischutz. Vereinzelt kam es zu Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Fünf Polizisten wurden verletzt. Auch bei den Demonstranten gab es Verletzte. Genaue Zahlen lagen nicht vor.

Auf der Rückreise mit der Bahn stiegen dann nach Angaben der Polizei etwa 100 bis 150 Demonstranten aus der rechten Szene in Apolda in Thüringen aus. Beamte wurden mit Steinen und bengalischem Feuerwerk angegriffen. Etwa 100 Menschen seien am Montagnachmittag vorläufig festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Gera der Deutschen Presse-Agentur.

In Hamburg beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen an einer Kundgebung linksextremistischer Gruppen. Die sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration begann an der Sternschanze und bewegte sich mit Sprechchören in Richtung Jungfernstieg im Stadtzentrum. Nach der friedlichen Kundgebung kam es zu kleineren Zusammenstößen.

Bei einem Demonstrationszug linker Gruppen durch die Stuttgarter Innenstadt ist am Montag eine 22 Jahre alte Polizistin verletzt worden. Sie wurde von einem unbekannten Demonstranten mit einem Holzstock in den Unterleib geschlagen, teilte die Polizei mit.

Quelle:  Handelsblatt Online
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