Mammutaufgabe: Lindner muss die FDP vor der Spaltung bewahren

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KommentarMammutaufgabe: Lindner muss die FDP vor der Spaltung bewahren

von Konrad Fischer

Beim Parteitag im Dezember wird sich die Zukunft der FDP entscheiden. Christian Lindner will den Rechtsschwenk vermeiden - doch mehr als gute Laune fällt ihm bisher nicht ein.

Der Neustart der FDP beginnt mit den fröhlichen Erinnerungen an alte Zeiten. Eine junge Frau wird auf die Bühne des Düsseldorfer Apollo-Theaters gebeten, seit einem Monat erst ist sie Parteimitglied, jetzt soll sie berichten, wie es dazu gekommen ist. Doch sie geht zurück in die Neunzigerjahre: ¨Damals im Eiscafé Cristallo, in Wermelskirchen, da hat mich der Guido Westerwelle mitgerissen.¨ Es folgt eine kurze Anekdote, in deren Mittelpunkt ihr Schulkamerad Christian steht, der sie als Jugendlicher für die Partei geworben hatte, erst als Wählerin, jetzt auch als aktives Mitglied. Christian steht neben ihr, er ist inzwischen der designierte Parteivorsitzende und will mit Events wie diesem die neue Mitglieder für die Partei begeistern.

Doch ob bewusst oder unbewusst, so schwingt viel Wehmut mit, wenn die FDP in diesen Tagen ihre angekündigte Wiederauferstehung zu zelebrieren sucht. Denn erste Indizien für einen begründeten Optimismus sind ja da. Seit den Bundestagswahlen erlebt die FDP neben der naheliegenden Häme auch viel unerwarteten Zuspruch, allein in den vergangenen sechs Wochen sind gut 1000 Menschen neu in die Partei eingetreten. Aufgabe und Chance des Kandidaten Lindner ist es nun, diese Stimmung zu kanalisieren. Denn am 8. Und 9. Dezember steht der Bundesparteitag an, dort will Lindner gewählt werden. Und nicht nur das: Es wird auch der Termin, an dem sich entscheidet, in welche Richtung die Partei sich entwickelt - oder ob sie zerbricht.

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Christian Lindner steht dabei für viel Kontinuität, auch wenn er bei seinem Auftritt in Düsseldorf alles tut, um diesen Anschein zu vermeiden. Die Parolen des Wahlkampfes hat er aus seinem rhetorischen Repertoire weitestgehend verbannt, stattdessen spricht er jetzt lieber über Grundsätzliches. Er definiert seine Partei als die einzige, die lieber auf den einzelnen Menschen vertraue als auf den Staat. Er warnt vor dem flächendeckenden Mindestlohn, vor der bevormundenden Schulpolitik der NRW-Landesregierung. Es sind bekannte Begriffe, auch wenn sie bei Lindner immer ein wenig eleganter klingen als bei den meisten anderen. Den Verlust der parlamentarischen Vertretung im Bundestag deutet Lindner um, als Chance. ¨Wir sind jetzt wieder eine liberale Bürgerinitiative.¨

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