Bild: rtrDer Name "Seltene Erden" ist irreführend, denn es handelt sich nicht um Erde, sondern um Metalle. Diese Metalle wurden aber zunächst in seltenen Mineralien gefunden und als Oxide, was früher als Erde bezeichnet wurde, isoliert. Doch selbst die seltenen unter den "Seltenen Erden", dazu gehören Thulium und Lutetium, sind in der Erdkruste 200-mal häufiger vertreten als das Edelmetall Gold. Ein Überblick über die wichtigsten der unbekannten Rohstoffe und ihre Verwendung, beinnend mit den "leichten" seltenen Erden. Lanthan Nickel-Metallhydrid-Batterien, wie sie in der derzeitigen Generation von Hybridautos zum Einsatz kommen, enthalten bis zu 30 Kilogramm Lanthan.

Neodym Neodym ist Ausgangsstoff für starke Permanentmagnete, die in kleinen Mikrophonen und Lautsprechern - etwa in Apples iPhone - stecken. Sie machen auch moderne Audioanlagen erst möglich. Foto: ap

Praseodym Auch Praseodym ermöglicht die Produktion kräftiger Magneten, die für die Herstellung kompakter Elektromotoren, aber auch von Generatoren für Windkraftanlagen verwendet werden. Foto: ap

Samarium Samarium ist ebenfalls Ausgangsstoff für Permanentmagnete, die beispielsweise in militärischen Navigationssystemen stecken, wie die US-Armee sie im Kampfpanzer Abrams einsetzt. Damit endet die Vorstellung der ersten vier Vertreter aus der Gattung der "leichten seltenen Erden", weiter gehts mit den sogenannten "schweren seltenen Erden" ... Foto: Reuters

Terbium Als grünlicher Fluoreszenzstoff hilft Terbiumden Herstellern von Lampen ohne Glühfaden, die Lichttemperatur einzustellen. So verbrauchen Energiesparlampen bei gleicher Helligkeit weniger Strom. Foto: ap

Gadolinium In Kernreaktoren dient Gadolinium dazu, überschüssige Neutronen zu absorbieren - entweder für eine Schnellabschaltung oder in Meilern, die nur selten neu bestückt werden, etwa für Atom-U-Boote. Foto: ap

Yttrium In Radargeräten dienen kristallische Elemente mit Yttriumanteil dazu, die zurückkommenden elektromagnetischen Wellen besser aufzufangen. Von den seltenen schweren Erden gehts nun zu den seltenen Metallen ... Foto: Reuters

Lithium Lithium ist der neue Star am Börsenhimmel. Die Anleger kaufen, was auch nur annähernd mit dem begehrten Rohstoff zu tun hat. Papiere von Fördergesellschaften, Explorern und Batterie-Herstellern sind daher kräftig gestiegen. Lithium wird vielseitig verwendet, in der Medizin beispielsweise, in Batterien für Handys, Laptops, Kameras, - und zukünftig auch für Fahrzeuge, darin sehen Experten das meiste Potenzial. Auffällig ist die hohe regionale Konzentration von Lithium. 70 Prozent der Vorkommen befinden sich im Lithium-Dreieck Chile, Bolivien und Argentinien. Die Salzseen Salar de Atacama, Salar de Uyuni und Salar de Hombre Muerto bilden das größte Reservoir. AP-Foto: Lithium-Abbau am Uyuni-Salzsee in Bolivien.

Tantal Das zur Vanadiumgruppe zählende graphitgrau-glänzende Metall Tantal wird vorwiegend für Kondensatoren mit hoher Kapazität bei gleichzeitig geringer Größe verwendet. Es wurde 1802 von einem Finnen entdeckt und zunächst für Glühfaden in Glühlampen verwendet, später wurde es in Gleichrichtern und in Radioröhren eingesetzt. Das Erz ist schwer zu gewinnen, es kommt Tantal grundsätzlich nur in Verbindung mit verschiedenen anderen Mineralen vor.

Germanium Germanium, nach dem Heimatland seines Entdeckers Clemens Winkler benannt, gehört zu den Kohlenstoffen und ist nah mit Silizium verwandt. Es ist zwar weit verbreitet, kommt aber in Mineralien, Erzen und sogar einigen Pflanzen nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Es kommt zur Anwendung in der Elektronik, bei der Waferherstellung und in der Infrarotoptik, hauptsächlich aber bei der Herstellung von Lichtwellenleitern. Darüber hinaus findet es sich auch in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln.
- ...
Der Name "Seltene Erden" ist irreführend, denn es handelt sich nicht um Erde, sondern um Metalle. Diese Metalle wurden aber zunächst in seltenen Mineralien gefunden und als Oxide, was früher als Erde bezeichnet wurde, isoliert. Doch selbst die seltenen unter den "Seltenen Erden", dazu gehören Thulium und Lutetium, sind in der Erdkruste 200-mal häufiger vertreten als das Edelmetall Gold. Ein Überblick über die wichtigsten der unbekannten Rohstoffe und ihre Verwendung, beinnend mit den "leichten" seltenen Erden. Lanthan Nickel-Metallhydrid-Batterien, wie sie in der derzeitigen Generation von Hybridautos zum Einsatz kommen, enthalten bis zu 30 Kilogramm Lanthan.
Im Oktober vergangenen Jahres unterzeichnete die Bundesregierung ein sogenanntes bilaterales Rohstoffpartnerschaftsabkommen mit der Mongolei. Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, folgte ein zweites Rohstoffabkommen mit der Republik Kasachstan im Februar 2012. Frei nach dem Motto: Wenn China nicht will, Pech gehabt.
Das Ziel des Abkommens ist die Versorgung der deutschen Industrie mit den notwendigen Rohstoffen. Im Gegenzug sollen die beiden Partner Kasachstan und Mongolei wirtschaftlich und gesellschaftlich profitieren. Ein guter Ansatz: ThyssenKrupp bekommt das Eisenerz für seinen Stahl zu fairen Preisen und die mongolische Wirtschaft floriert.
Ganz so positiv, wie das Abkommen ursprünglich gedacht war, scheint es aber nicht zu sein. So sagt beispielsweise der Grünen-Politiker und Abgeordnete des Europaparlaments, Reinhard Bütikofer, dass die Verträge unausgewogen seien. "Eine strategisch sinnvolle Rohstoffaußenpolitik kann die Bundesrepublik auf der Basis solcher Abkommen nicht erreichen", sagt er.
Weitere Abkommen geplant
Da nicht nur China, sondern auch die Bundesrepublik - konkret die deutsche Industrie - einen ordentlichen Rohstoffhunger hat, sind weitere solcher Partnerschaften geplant. "Bevor jetzt weitere Abkommen abgeschlossen werden, muss die Bundesregierung ihre Politik korrigieren", fordert Bütikofer. Er verlangt von Rohstoff-Partnerschaften, die tatsächlich partnerschaftlich sind, eine breitere Basis. Ein vom Wirtschaftsvölkerrechtler Markus Krajewski vorgestelltes Alternativmodell könnte Bütikofer sich für die weitere Zusammenarbeit vorstellen. Im einzelnen müsse sich ein derartiges Abkommen an folgende Punkten orientieren:
- Transparenz
- nachhaltige Entwicklung
- ökologischer Abbau
- Unternehmensverantwortung
- Beteiligung der Bevölkerung
Transparenz statt Geheimniskrämerei
Bütikofers Kritik wird von einer aktuellen Studie Krajewskis untermauert. Der Kern der Studie ist, dass die Bundesregierung "wichtige soziale, entwicklungs-, umwelt- und handelspolitische Aspekte" außer Acht lässt. Und es ist nicht das erste Mal, dass das mittlerweile ein Jahr alte Abkommen mit der Mongolei kritisiert wird. Der allgemeine Vorwurf lautet, dass die Rohstoffpartnerschaft vor allem der deutschen Industrie nutze: Die Rohstoffförderung werde maßgeblich erleichtert, Obergrenzen für den Export gibt es es nicht - nur die Partnerländer bekommen wenig von der versprochenen Beratung und Unterstützung zu sehen.
Auch Krajewski fordert, den Transfer von Wissen und Technologie stärker zu fördern und darauf zu achten, dass die Einnahmen aus dem Rohstoffsektor der Bevölkerung des Landes zugutekommen. Das Stichwort laute Nachhaltigkeit. Ein wichtiger Anhaltspunkt dafür seien internationale Transparenz- und Nachhaltigkeitsstandards wie die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Dazu gehörten Umweltverträglichkeitsprüfungen genauso wie eine bessere Bürgerbeteiligung oder die Offenlegung von Zahlungen. Letzteres hätten sowohl die Europäischen Kommission als auch das Europäische Parlament zwar vorangetrieben, das Vorhaben sei aber am deutschen Bundesrat gescheitert.














