Masterplan zum Umweltschutz: Klimarettung kostet Deutschland nur zwei Milliarden Euro

exklusivMasterplan zum Umweltschutz: Klimarettung kostet Deutschland nur zwei Milliarden Euro

, aktualisiert 28. August 2015, 15:10 Uhr
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Eine Mitarbeiterin des Potsdamer Instituts für Klimaforschung (PIK) erläutert an einer Computersimulation das Szenario der globalen Erwärmung zwischen den Jahren 1900 und 3000.

von Dieter Dürand

Der Schutz des Klimas wird Deutschland weniger kosten als viele Kritiker behaupten: Um rund zwei Milliarden Euro jährlich würde die Wirtschaft weniger wachsen, wenn die Bundesrepublik alle im nationalen Rahmen erforderlichen Maßnahmen ergriffe, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad zu begrenzen.

Das haben die Klimaexperten des renommierten Berliner Mercator Research Institutes on Global Commons and Climate Change (MCC) exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt. „Das sollte uns unsere Zukunft Wert sein“, sagte MCC-Direktor Ottmar Edenhofer der WirtschaftsWoche. Der Niederbayer ist zugleich Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und führendes Mitglied der Weltklimarats IPCC.

Von Montag an bereiten Beamte den Klimagipfel Ende November in Paris vor. Dort wollen sich 196 Staaten auf Zusagen einigen, die den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf der Erde auf höchstens zwei Grad Celsius beschränken.

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Wird der dazu erforderliche Ausstieg aus Kohle, Erdöl und Gas richtig angegangen, so das MCC, würde die Wirtschaft jährlich gerade einmal um 0,06 Prozentpunkte langsamer wachsen. Deutschlands Bruttoinlandsprodukt 2014 in Höhe von gut 2900 Milliarden Euro wäre demnach um rund zwei Milliarden geringer ausgefallen.

Von dem in rund 15.000 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffvorräte gebundenen CO2 dürfen höchstens noch 1000 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt werden, so Edenhofer weiter. Der globale CO2-Ausstieg ist nach dem MCC-Szenario gleichbedeutend mit einem Totalumbau der Weltwirtschaft. Damit er in Gang kommt, müsse der Preis für jede emittierte Tonne Kohlendioxid bis 2030 auf 90 Dollar steigen, empfiehlt Edenhofer. „Dann lohnt es sich für die Wirtschaft in saubere Technologien zu investieren.“ Gegenwärtig wird die Tonne in Europa für umgerechnet rund acht Dollar gehandelt.

Petersberger Klimadialog Merkel verspricht mehr Geld für den Klimaschutz

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt den ärmeren Staaten mehr Geld für den Klimaschutz zu. Sie will die Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel verdoppeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande beim Petersberger Klimadialog Quelle: dpa

Am stärksten trifft der Wandel den Energiesektor. Er muss seine Treibhausgasemissionen bis 2050 gegenüber heute rechnerisch um 105 Prozent senken. Das bedeutet: Er darf kein Kohlendioxid mehr freisetzen und muss sogar CO2 zurückholen aus der Atmosphäre. Eine Möglichkeit wäre laut MCC, Pflanzen und Bäumen anzubauen, aus ihnen Biosprit zu gewinnen oder in Kraftwerken Strom zu erzeugen und das CO2 einzufangen und in unterirdische Lagestätten zu pressen.

Da Pflanzen Kohlendioxid binden, wenn sie wachsen, wäre die Klimabilanz negativ. Aber auch die Industrie muss ihre Emissionen halbieren.

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